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31 Jul 2017 | Literaturtipp

WATTSBEHIND Radsport-Leseliste

Puh, lange ist es her, dass ich hier was zu "Papier" gebracht habe... Praktikum in Köln, Uni, gleichzeitig nahm die Mountainbike-Saison ihren Lauf. Da blieb wenig Zeit um sich ~auch noch viel~ überhaupt um den Blog zu kümmern. Das soll sich aber wieder ändern - hab ich mir jedenfalls fest vorgenommen!

In der Zwischenzeit habe ich immer mal wieder ein Buch in der Hand gehabt (und meist sogar darin gelesen). Daher, um wieder ins bloggen reinzufinden, möchte ich meine persönlichen Lieblingsbücher zum Thema Radsport teilen (Reihenfolge wahllos):

Faster von Michael Hutchinson

Die sehr kurzweilige Geschichte von Michael Hutchinson - einem britischen Radprofi - über seine Suche nach mehr Speed auf dem Rad.

How Bad Do You Want It von Matt Fitzgerald [deutsche Ausgabe]

Nicht ausschließlich Radsport, aber trotzdem sehr gut: Matt Fitzgerald zeigt in seinem Buch dass der Körper nur ein Aspekt im Sport ist. Siegen ist Kopfsache daher der treffende Titel für die deutsche Ausgabe. In diesem Buch geht es anhand schöner Beispiele darum mit welchen Tricks Athleten Spitzenleistungen aus ihrem Körper herausholen. Auf YouTube gibts übrigens auch eine Playlist in der alle Videos zu den Kapiteln zu finden sind.

My Time von Bradley Wiggins [deutsche Ausgabe]

Aktuell ist Sir Bradley Wiggins ja etwas in die Kritik geraten. Dennoch ist sein Buch über den langen Weg zum Tour-Sieg 2012 und Olympia-Gold in London sehr kurzweilig und durchaus lesenswert.

Pro Cycling on 10$ a Day von Phil Gaimon

Phil Gaimon ist Ex-Radprofi. In seinem Buch erzählt er witzig und z.T. sehr detailliert wie schwer es für ihn war den Sprung vom College-Fahrer über US-Profi zum Euro-Profi zu schaffen. Mittlerweile ist Phil im Ruhestand und jagt professionell Strava-KOMs. Wie er sich schlägt kann man sich auf seinem YouTube-Kanal ansehen.

Racing Through The Dark von David Millar [deutsche Ausgabe]

David Millar war der Spezialist für Prologzeitfahren und Englands "Pin-up-Boy" Anfang der 2000er. Alles lief nach Plan, bis er 2003 des Dopings überführt wurde. In dem Buch erzählt er seine Geschichte von den Anfängen seiner Karriere, wie er zum Doping kam und seine Rehabilitation. Sehr ehrlich und sehr lesenswert!

Ich lese Bücher gerne in der Originalsprache, daher Verzeihung, dass hier nur englische Titel dabei sind. Die deutschen Übersetzungen habe ich (falls vorhanden) aber auch verlinkt und stehen den Originalen bestimmt in nichts nach.

Auf meiner persönlichen Leseliste steht auf jeden Fall noch  The Descent von Thomas Dekker, ein "Coming-out"-Buch zu seiner Zeit als Profi und Re:Cyclists: 200 Years On Two Wheels von Michael Hutchinson, ein Buch über die Geschichte des Fahrrads, dass - wenn es so geschrieben ist wie "Faster" - sicher auch schönen britischen Humor beinhaltet.

Wenn es also hier schon nichts zu lesen gibt, dann besorgt euch eins (oder mehrere) der Bücher und macht es euch bei einem Glas Rotwein gemütlich ;)

Lesen Literaturtipp Regeneration wattsbehind


14 Jan 2017 | Training & Co

Elektromyostimulation - fitter werden auf der Couch?

Beitragsbild Elektromyostimulation

Boris hat in seinem Artikel auf unterlenker.com bereits das Prinzip der Elektromyostimulation (EMS) erklärt und seine subjektiven Erfahrungen niedergeschrieben. Er berichtet dabei von einem sehr positiven Gefühl während/nach der Anwendung von EMS-Geräten. Die Hersteller solcher Geräte, allen voran Marktführer Compex, berichten natürlich auch von positiven Effekten auf Kraft, Regeneration und allgemeines Wohlbefinden. Compex führt hierfür mehrere Studien als Beleg für die positiven Wirkungen an.

Die Frage die man sich - übrigens bei allen Hilfsmitteln fürs Training oder Regeneration - allerdings stellen muss:

Sind die versprochenen Effekte wirklich vorhanden oder ist das alles nur Marketinggewäsch? Ist die wissenschaftliche Datenlage wirklich so eindeutig wie die Hersteller den Anschein erwecken möchten?

Um die Frage zu beantworten möchte ich daher einen kleinen Überblick über die wissenschaftliche Datenlage zum Thema EMS(-Training) geben.

Zweifelsfrei steht fest, dass im heutigen Leistungssport, mit seiner großen Leistungs- und Wettkampfdichte, nicht nur gutes Training, sondern vor allem auch gute und schnelle Erholung von Trainings- und Wettkampfbelastungen eine große Rolle spielt.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Anwendungen und Methoden, die eine schnellere/bessere Regeneration versprechen: Massage, Sauna, Dehnen, Kompression, CWI (Cold Water Immersion), aktive Regeneration, Blackroll, Ernährung/Supplemente, Schlaf, ... und eben auch EMS. Bei einigen der genannten Methoden sind keine wissenschaftlich gesicherten (physiologischen) Effekte nachweisbar oder es gibt widersprüchliche Ergebnisse und dennoch sind die genannten Methoden Usus im Leistungssport.

Doch zur Studienlage bezüglich EMS-Training:

Für den Artikel habe ich zehn Studien zu EMS-Training gelesen. Vier Studien sind von der Compex-Website, sechs Studien habe ich durch eine Literaturrecherche selbst rausgesucht. Da EMS im Radsport hauptsächlich als Regenerationsmaßnahme benutzt wird sind die Studien die ich rausgesucht habe, welche die sich

a) auf Ausdauersport oder

b) Regeneration beziehen

oder im Idealfall eben beides.

Die erste Studie führt Compex auf ihrer Website auf. In der Studie von Bilot et al. wurden Fussballer untersucht, welche zusätzlich zu ihrem wöchentlichen Fussballtraining entweder ein Kraftprogramm mit einem EMS-Gerät absolvierten oder keine zusätzliche Maßnahme durchführten. Gemessen wurden die Auswirkungen auf die Kraft, die Leistung in Sprung-Tests sowie Sprints und die Schussgeschwindigkeit aufs Tor. Es zeigten sich signifikante Verbesserungen bei der Kraft im Quadrizeps und der Schussgeschwindigkeit, nicht jedoch bei den Sprüngen und Sprints. Bilot et al.  schlussfolgerten daher, dass man EMS-Geräte als zusätzliches Trainingsmittel benutzen kann und womöglich auch positive Effekte hervorruft. Sie weisen aber auch darauf hin, dass alleiniges EMS-Training vermutlich keine sportartspezifischen positiven Effekte hervorruft.

Dieses Ergebnis ist ähnlich zu den Ergebnissen von Gondin et al., die ein Review zu EMS-Training veröffentlichten. Sie schlussfolgern aus den gesichteten Studien, dass EMS-Training alleine keine leistungsfördernden Effekte hervorbringt, jedoch in Kombination mit spezifischen Übungen z.B. die Sprungleistung gesteigert werden kann. Der Schlussfolgerung würde ich hier jedoch widersprechen bzw. mit Vorsicht behandeln, da die Sprungleistung durch spezifisches Sprunkrafttraining immer gesteigert werden kann. Es wäre jedoch interessant herauszufinden, ob EMS-Training die Wirkungen von einem Sprungkrafttraining positiv beeinflusst.

Zum EMS-Training als alleinige Trainingsmaßnahme gibt es einen Case-Report von Gaelle et al., die untersuchten, wie sich ein sechswöchiges EMS-Training auf Kraft und Ausdauer auswirkt. Dazu wurden zu Testzeitpunkt 1 Baseline-Daten zu Kraft und Ausdauer erhoben. Anschließend wurde ein sechswöchiges EMS-Training der Beinmuskulatur durchgeführt (5x pro Woche für jeweils 45 Minuten) und abschließend wieder die Tests aus Testzeitpunkt 1 wiederholt. Dabei zeigte sich eine signifikante Verbesserung sowohl der Kraft, als auch der Ausdauer. Da jedoch nur ein Proband an der "Studie" teilnahm, lassen sich die Ergebnisse leider nicht auf die Gesamtbevölkerung übertragen. Zudem war die Testperson untrainiert. Daher ist es fraglich, ob die gleichen Effekte auch bei (Leistungs-)Sportlern auftreten würden. Ich vermute nicht. Studien mit Patienten gibt es jedoch viele und diese zeigen auch meist positive Effekte von alleinigem EMS-Training auf die Kraft.

Betrachtet man Athleten und v.a. im folgenden auch Studien, die versuchen Effekte auf eine verbesserte Regeneration nachzuweisen, findet man auf der Compex-Website eine Studie von Neric et al. die der Frage nachgingen, ob sich die Regeneration von Schwimmern nach einem 200 yard-Sprint durch EMS signifikant von anderen Regenerationsmaßnahmen unterscheidet. Sie argumentieren, dass in einem Schwimm-Wettkampf, bei dem die Athleten innerhalb von z.B. drei Stunden mehrere "Heats" schwimmen müssen, sich die Leistung verbessert wenn der Laktatabbau beschleunigt wird. Dieser Hypothese liegt die Theorie zugrunde, dass hohe Laktatkonzentrationen mit Muskelermüdung verknüpft werden. Ergo folgt, dass wer seine Laktatkonzentration schneller wieder auf Baseline-Niveau herabsenkt, auch schneller erholt ist und daher wieder eine höhere sportliche Leistung erbringen kann. EMS-Geräte sollen durch die ausgelösten Muskelkontraktionen den Blutfluss ankurbeln und damit den Laktatabbau fördern. Neric et al. konnten in ihrer Studie nun tatsächlich nachweisen, dass der Laktatabbau - verglichen mit passiver Regeneration - gesteigert ist. Verglichen mit aktiver Regeneration jedoch nicht. Für Schwimmer oder z.B. Ruderer schlussfolgern sie daher, dass es durchaus Sinn ergibt EMS-Geräte einzusetzen um den Laktatabbau zu fördern - wenn die Möglichkeit auf aktive Regeneration zurückzugreifen nicht besteht.

Elektromyostimulation

Abbildung aus Babault et al.

Leider haben Neric et al. ihre Probanden allerdings keinen zweiten 200 yard-Sprint durchführen lassen, mit dem man hätte vergleichen können ob die sportliche Leistung durch den schnelleren Laktatabbau tatsächlich gesteigert ist/erhalten bleibt.

Neuere Studien, wie beispielsweise von Barnett gehen allerdings davon aus, dass Laktat keinen negativen Einfluss auf die sportliche Leistungsfähigkeit hat und damit auch, dass der gesteigerte Laktatabbau "nutzlos" ist. Barnett bringt viel mehr ins Spiel, dass die Regeneration u.a. abhängig vom Wiederauffüllen der Glykogenspeicher und einer guten Rehydration ist.

Malone et al. haben in einer Studie mit Triathleten die bei Neric angesprochene Kritik bedacht und ihr Studiendesign entsprechend angepasst. Die Probanden mussten eine Serie von drei Wingate-Tests (maximale 30s Sprints) auf dem Rad absolvieren. Anschließend wurde eine Regenerationsmaßnahme durchgeführt (aktive Erholung, passive Erholung oder EMS) und danach wieder eine Serie von drei Wingate-Tests durchgeführt. Malone et al. kamen dabei - die Laktatkonzentration betreffend - auf ähnliche Ergebnisse wie bereits Neric. Die Konzentration nach aktiver Erholung war signifikant niedriger als nach passiver Erholung oder EMS.

Laktatkonzentration

Abbildung aus Malone et. al.

Bei der anschließend durchgeführten zweiten Wingate-Serie zeigte sich bei keiner der genannten Regenerationsmaßnahmen ein signifikanter Unterschied bezüglich der Leistung in den Wingate-Tests.

Zumindest wenn man den Forschern hier glauben schenkt, lässt sich also festhalten, dass weder aktive Regeneration, noch EMS einen positiven Einfluss auf die Leistungsfähigkeit bei supramaximalen Belastungen haben.

Durchschnittliche Leistung

Abbildung aus Malone et al.

In der Diskussion führen Malone et al., sowie auch Latier et al. und Babault et al. den Einfluss von Regenerationsmaßnahmen auf die Psyche bzw. das allgemeine Wohlbefinden an.

Es scheint so, als würde aktive Erholung die besten physiologischen Effekte hervorrufen.

Aktive Erholung ist jedoch meistens mit einem größeren Aufwand verbunden als die Regeneration mittels EMS-Gerät, so dass manche Athleten sich vielleicht im Nachteil sehen, wenn sie keine aktive Regeneration durchführen können. Für diese Sportler bietet sich die Regeneration mit EMS-Geräten an, da durch den psychologischen Effekt und das dadurch ausgelöste Wohlbefinden, ein positiver Einfluss auf die sportliche Leistungsfähigkeit ausgeübt werden kann.

Auch wenn es objektiv keinen nachweisbaren, signifikanten Unterschied in der sportlichen Leistungsfähigkeit gibt,  haben einige der Probanden in den Studien nämlich berichtet, dass sie sich nach einer EMS Behandlung besser gefühlt haben als ohne die Behandlung. Überträgt man das in die sportliche Praxis, so könnte man beispielsweise in der Halbzeit beim Fussball in der Kabine eine EMS-Behandlung machen und die Spieler anschließend mit einem guten Gefühl wieder in die zweite Halbzeit schicken.

Im Radsport, wo man zwischen den einzelnen Rennen meistens mindestens eine Nacht zur Regeneration hat - wenn man nicht gerade Eliminator-Rennen bestreitet oder Bahnsprinter ist - sehe ich nach der Sichtung der wissenschaftlichen Literatur keine begründete Notwendigkeit zur Benutzung von EMS-Geräten.

Im Endeffekt sind bisher noch viele Fragen ungeklärt. Dazu werden noch einige Studien nötig sein um detaillierteres Wissen zu schaffen. Momentan bleibt mir daher nur das gleiche Fazit wie bereits im Beitrag über Regenerationsmanagement zu ziehen:

Fühlt man sich nach einer solchen Maßnahme besser, dann spricht nichts dagegen sie einzusetzen, denn eines ist klar: schaden können solche Geräte nicht und auch wenn der Effekt "nur" psychologisch ist: auch ein Placebo-Effekt kann eine große Wirkung entfalten.

Literaturverzeichnis

(Studien, die auf der Compex-Website aufgeführt sind, habe ich mit einem * markiert)

Babault, N., Cometti, C., Maffiuletti, N. A., & Deley, G. (2011). Does electrical stimulation enhance post-exercise performance recovery? European Journal of Applied Physiology, 111(10), 2501–2507.

Barnett, A. (2006). Using recovery modalities between training sessions in elite athletes: Does it help? Sports Medicine, 36(9), 781–796.

*Billot, M., Martin, A., Paizis, C., Cometti, C., & Babau. (2010). Effects of an Electrostimulation Training Program on Strength,Jumping, and Kicking Capacities in Soccer Players. Journal of Strength and Conditioning Research, 24(5), 23–25.

Deley, G., & Babault, N. (2014). Could low-frequency electromyostimulation training be an effective alternative to endurance training? An overview in one adult. Journal of Sports Science and Medicine, 13(2), 444–450.

*Gondin, J., Cozzone, P. J., & Bendahan, D. (2011). Is high-frequency neuromuscular electrical stimulation a suitable tool for muscle performance improvement in both healthy humans and athletes? European Journal of Applied Physiology, 111(10), 2473–2487.

Lattier, G., Millet, G. Y., Martin, A., & Martin, V. (2004). Fatigue and recovery after high-intensity exercise. Part II: Recovery interventions. International Journal of Sports Medicine, 25(7), 509–515.

Malone, J. K., Coughlan, G. F., Crowe, L., Gissane, G. C., & Caulfield, B. (2012). The physiological effects of low-intensity neuromuscular electrical stimulation (NMES) on short-term recovery from supra-maximal exercise bouts in male triathletes. European Journal of Applied Physiology, 112(7), 2421–2432.

*Neric, F., Beam, W., Brown, L., & Wiersma, L. (2009). Comparaison of swim recovery and muscle stimulation on lactate removal after sprint swimming. Journal of Strength and Conditioning Research, 23(9), 2560–2567.

Pinar, S., Kaya, F., Bicer, B., Erzeybek, M. S., & Cotuk, H. B. (2012). Different recovery methods and muscle performance after exhausting exercise: Comparison of the effects of electrical muscle stimulation and massage. Biology of Sport, 29(4), 269–275.

*Warren, C. D., Brown, L. E., Landers, M. R., & Stahura, K. A. (2011). Effect of three different between-inning recovery methods on baseball pitching performance. J Strength Cond Res, 25(3), 683–688.

Ausdauer EMS Regeneration Training


05 Dez 2016 | Allgemein

Nominierung zum Liebster Award!

Boris von unterlenker.com wurde vergangene Woche zum Liebster (Blog) Award nominiert. Diese Ehre wurde durch Boris jetzt auch mir zuteil. Vielen Dank für die Nominierung!

Liebster Award

Aber was ist das überhaupt?

Ganz einfach: Der Liebster (Blog) Award ist quasi ein Blog-Kettenbrief, der vor X Jahren mal gestartet wurde und immer noch durchs Internet geistert. Ziel ist es, die Blog-Community weiter/besser zu vernetzen und auf interessante Blogs aufmerksam zu machen. Wenn man nominiert wird, bekommt man vom Nominator Fragen gestellt, die man auf seinem Blog zu beantworten hat und darf dann anschließend selbst weitere Blogs nominieren und neue Fragen stellen.

Hier also erstmal die Antworten auf Boris' Fragen:

Seit wann bloggst du und was war die Intention damit anzufangen?

Ich blogge seit Ende März/Anfang April 2016. Warum ich damit angefangen habe, kann ich gar nicht so genau sagen.. für meinen Verein (RV Tempo Hirzweiler) mache ich die Öffentlichkeitsarbeit und habe irgendwann festgestellt, dass recherchieren/schreiben mir eigentlich Spaß macht. Dein Blog und deine Themenauswahl finde ich klasse. Das hat mich dann zusätzlich motiviert dieses bloggen auch mal auszuprobieren.. und bis jetzt bin ich dabei geblieben.

Schreibst du spontan oder bloggst du auf Vorrat und veröffentlichst nach einem festen Plan?

Mal so, mal so. Ich hab ~einen Redaktionsplan~ eine Seite in meinem Notizbuch, auf der ich Ideen/potentielle Themen sammele und Daten zur Veröffentlichung danebenkritzel. Meistens halte ich mich dann aber trotzdem nicht dran. Im Moment hab ich z.B. zwei Artikel fertig, zu denen noch ein paar Bilder fehlen. Meistens blogge ich eher spontan, wenn ich gerade Lust/Zeit habe oder mir ein aktuelles Thema auffällt über das es sich mMn. lohnt zu schreiben.

Welcher Post war, gemessen an den Zugriffszahlen, dein bisher erfolgreichster?

Das war ganz klar der Beitrag über Regenerationsmanagement im Leistungssport.

Welcher Post war dein bester Post, gemessen an deinen eigenen Qualitätskriterien und warum?

Mhh, da ich keine Qualitätskriterien formuliert habe, ist die Frage irgendwie schwierig zu beantworten. Ich denke das ist ein knappes Rennen zwischen dem Beitrag über Regenerationsmanagement und über Milch als Regenerationsgetränk. Für beide Beiträge habe ich relativ lange recherchiert bzw. auf dem Symposium fleißig mitgeschrieben und anschließend versucht, das ganze leicht verständlich zusammen zu fassen. Beim Beitrag über Regenerationsmanagement floss zudem viel Zeit in das raussuchen und erstellen von Bildern für den Beitrag.

Andererseits hat es auch riesen Spaß gemacht über meine Tour nach Prag hier zu berichten. Die Beiträge sind mMn. auch ganz gut gelungen, waren aber natürlich laange nicht so aufwendig, wie die oben genannten, da es ja quasi "nur" ein Erfahrungsbericht ist.

Also, wenn ich mich festlegen muss, würde ich wohl sagen: Regenerationsmanagement. Einfach, weil ich da bisher am meisten Zeit investiert habe und die z.T. schwierigen Sachverhalte - denke ich - relativ einfach darstellen konnte.

Unabhängigkeit ist ein hohes journalistisches Gut und gute Zeitungen achten streng auf die Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt. Wie stehst du zu Sponsoring, kostenlosen Testprodukten und Einladungen zu Reisen etc.? Gibt es für dich eine Grenze?

Da mein Blog ja noch ziemlich jung ist und keine große Leserzahl hat, habe ich bisher noch nicht das Vergnügen gehabt Sponsoring, Testprodukte oder Traumreisen angeboten zu bekommen.

Generell finde ich das aber nicht schlecht, wenn Firmen bereit sind Kooperationen mit Bloggern einzugehen.

Als absolute Bedingung sollte aber gelten, dass man als Blogger unabhängig, d.h. ohne Einflussnahme des Herstellers/Anbieters, darüber schreiben darf. Zudem sollte der Blogger dann auch so transparent sein und seine Leserschaft darüber informieren ob die Produkte im Rahmen eines Sponsorings zur Verfügung gestellt wurden, Testprodukte sind oder wie auch immer.

Eine Grenze, mhh,.. Nahrungsergänzungsmitteln stehe ich meistens erstmals skeptisch gegenüber, damit hätte ich glaube ich ein Problem. Und dann halt weitergehend Arzneimittel. Aber ich glaube (hoffe!) dass zumindest letztere keinem Blogger von Firmen angeboten werden.

Also: so lange man als Blogger transparent bleibt und seine ehrliche, eigene Meinung schreiben darf, ohne negative Konsequenzen fürchten zu müssen, dann find' ich das durchaus eine gute Sache von der sowohl Blogger, als auch Firma/Anbieter und "Öffentlichkeit" profitieren können!

Was war das Verrückteste oder Tollste was du jemals auf dem Rad erlebt hast?

Als saarländischer Radfahrer dauert es ja nicht lange, bis man mal über eine Landesgrenze fährt (Frankreich, Luxembourg, Rheinland-Pfalz,..), das ist daher ja nicht soo besonders, aber auf meiner Tour nach Prag war das schon ein cooler Moment mit dem Rad über die deutsch-tschechische Grenze zu fahren. Zu wissen, dass man vor seiner Haustür losgefahren ist, einmal quer durch Deutschland und dann die Grenze überquert.. das war schon ein Wahnsinns Gefühl.

(Davon abgesehen hab ich mal beim befahren eines Trails ein Paar beim Liebesakt getroffen.. immerhin waren sie aber so "rücksichtsvoll" sich zwei Meter neben dem Trail zu vergnügen. Ich kann aber bis heute noch nicht sagen wer in dem Moment mehr erschrocken ist :D )

Du kommst zu Geld und machst ein Sabbatical. Was machst du?

Erstmal würde ich die deutsche Fahrradindustrie ankurbeln (haha!) und mir für alle Untergründe das passende Rad kaufen.

Spontan fällt mir dann das Cape Epic ein. Und das TransContinental Race. Da man aber nicht nur Radfahren kann, würde ich vermutlich erstmal viel meiner freien Zeit mit Lesen (Blogs, Radsportbücher, Fachbücher, etc.) verbringen und zusätzlich.. mhh.. das klingt vielleicht etwas langweilig, aber ich denke ich würde ausserdem viel Zeit in Vereins-/Verbandsarbeit investieren.

Da der Tag nur 24h und das Jahr nur 365 Tage hat, sollte das aber auch schon genügen.

Du kommst zu noch mehr Geld und kannst dir ohne Kompromisse ein neues Rad anschaffen. Was kaufst du dir und warum? Details bitte!

Das ist irgendwie auch gar nicht soo einfach zu beantworten.

Wenn das Budget unbegrenzt ist, ergeben sich auch einfach unbegrenzte Möglichkeiten und es fällt schwer, sich da zu entscheiden. Ich versuchs aber trotzdem mal:

Als Rahmen würde ich einen Open Cycles 1.0 Rahmen in 17" (850 g) wählen, die Gabel sollte v.a. leicht sein und gut funktionieren. Lenkerlockouts mag ich nicht so, deswegen gerne eine Gabel mit Brain. Die RS-1 gefällt mir von der Optiker her nicht, daher würde es wohl eine Rock Shox SID mit Brain-Technologie (1600 g) werden.

Das ganze würde mittels einem Extralite-Steuersatz  (38 g) und einem Extralite Ultrastar Expander (6 g) kombiniert werden. Per Extralite Hyperstem Vorbau (74 g) würde der AX Lightness Poseidon Flatbar Lenker (100 g, 720 mm) gehalten werden. Gehalten wird der Lenker mit Ritchey WCS Griffen (49 g). Die sind zwar "schwer", aber mit denen komme ich gut zurecht, da brauch man keine Kompromisse eingehen.

Als Antrieb würde ich eine SRAM XX1 Gruppe (exkl. Kurbel, dazu später) nehmen. Die Bandbreite von 10-42er Ritzel in Verbindung mit einem 34er Kettenblatt reicht mir für alle Eventualitäten. (Trigger, Ritzel, Kette, Schaltwerk: ~ 1000 g). Damit die Kraft in Vortrieb umgewandelt werden kann, bedarf es natürlich einer Kurbel und Pedalen. Als Kurbel würde eine TUNE Black Foot mit SRM Leistungsmesser (533 g) seinen Platz im Innenlager finden. Als Kontaktpunkt zwischen Mensch und Maschine dienen Shimano XTR 9000 Pedale (306 g). Damit es auch vorwärts geht, bedarf es natürlich auch Laufrädern. Da würde meine Wahl auf Extralite Straight Pull Naben mit Duke Lucky Jack Carbon Clincher und Sapim X-Ray Speichen (1182 g) fallen. Den Bodenkontakt dürften Schwalbe Rocket Ron (485 g) und Thunderburt (432 g) in 2.1" Breite herstellen. Das ganze als Tubeless-Setup (~ 120 g).

Es fehlt noch die Sitzzone: hier würde die Carbonice Eva Sattelklemme (5 g) eine Carbonice Flotte Lotte Sattelstütze (85 g) halten, die wiederrum einen AX Lightness LEAF (78 g) Sattel halten würde.

Dass das Bike vorwärts geht steht wohl ausser Frage, da man manchmal aber auch Bremsen muss würde das Rad mit einer Shimano XTR Race 9000 Bremse verzögert werden. Auch hier: nicht die leichteste, aber relativ formschön und v.a. ein Rundum-Sorglos-Teil!

Als letzte Parts würden zwei Specialized Rib Cage II Carbon (2x20 g) Flaschenhalter ihren Weg in das Rahmendreick finden.

Alles in allem dürfte das Gewicht bei etwa 7,5 - 7,6 kg liegen. Durch die Carbonlaufräder und den Rahmen sollte der Bock ziemlich steif und vortriebsstark sein, wohingegen die SID die Schläge für den Fahrer (mich!!) abfedert.

Ich hoffe ich gewinne irgendwann mal im Lotto.. die Links zu den Teilen sind jedenfalls jetzt gespeichert! :)

Hast du besondere Radsport-Pläne für 2017? Welche Veranstaltung oder welches Rennen wird dein Highlight?

Nachdem die Saison 2016 mit zwei Siegen und etlichen Podest-Plätzen super für mich gelaufen ist, möchte ich den "Flow" mitnehmen und 2017 mein Glück auf der Marathon-Distanz versuchen. Saisonhöhepunkt wird dann vermutlich die Marathon DM im September.

Als "kleinen" Saisonhöhepunkt möchte ich im Frühjahr noch die Challenge Paris-Roubaix mitnehmen.

Was ist deine bevorzugte Radsport-Destination? Wo lässt sich am besten fahren? Wo gibt es die schönsten Straßen oder Trails?

Puh, noch so eine schwierige Frage.. als Mountainbiker wird man ja (fast) überall glücklich, wo es ca. 50 m am Stück bergab geht.

Tatsächlich bin ich mit dem Mountainbike aber noch gar nicht soo viel rumgekommen, als dass ich sagen könnte, DAS ist meine Radsport-Destination.

Klasse war's auf jeden Fall in den Nordvogesen und in der Freiburger Ecke. Ansonsten hab ich gehört, dass es am Gardasee  und in Finale Ligure sehr schöne Trails geben soll. Davon müsste ich mich aber mal noch selbst überzeugen.

Straßenradtechnisch ist Frankreich auf jeden Fall sehr weit oben in meiner Liste. Da hab ich außerdem auf Mallorca sehr nette Erfahrungen gemacht. :)

So, da das nun erledigt ist, möchte ich in den kommenden Tagen meine Nominierungen und Fragen hier vorstellen.

Award Carbon Liebster MTB Regeneration Rennen Technik wattsbehind