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Sieg beim Saarschleifen Bike Marathon

02 Aug 2016 | Rennen

Sieg Saarschleife

Am Wochenende fand in Orscholz der 12. Saarschleifen Bike Marathon statt. Dieser gehört auf jeden Fall zu meinen Lieblingsrennen im Kalender. Die Strecke ist schnell, technisch fordernd, hat zudem ein paar Höhenmeter zu bieten, das Ambiente am Cloef ist einladend und die Organisation erstklassig!

Man merkt einfach, dass hier ein Rennen von Mountainbikern für Mountainbiker organisiert wird.

Ich war für die Kurzstrecke mit 30 km und 650 hm gemeldet. Platz 5 in 2015, also auch Startnummer 5. Schlechter wollte ich heute auf keinen Fall abschneiden.

Kurz vorm Start reihte ich mich im Lizenzblock (super Organisation!!) ein. Ich wusste dass der Start - wie immer - hektisch verlaufen würde und wollte mich daher bereits auf den ersten Kilometern an der Spitze einreihen um den Anschluss an die Führungsgruppe nicht zu verlieren und eventuelle frühe Attacken kontern zu können. Das hat auch super geklappt, nach ca. einem Kilometer befand ich mich an der Spitze des Feldes und konnte mein Tempo über die ersten Hügel fahren. Es gab ein paar Tempoverschärfungen, die aber schnell wieder neutralisiert wurden.

Mein nächstes Ziel war, das hatte ich in den Jahren zuvor versäumt - als einer der ersten in die lange Abfahrt zu gehen und damit keine langsamen Abfahrer vor mir zu haben. Auch das hat geklappt. Wir fuhren  zu viert mit einem Vorsprung von ein paar Metern in den Trail hinein und kamen unten zu dritt, mit einem Vorsprung von vielleicht 150 m, wieder raus.

Es folgte dann das lange Flachstück an der Saar entlang, dort schafften es unsere Verfolger wieder Anschluss zu finden, so dass wir - am tiefsten Punkt der Strecke angelangt - wieder etwa 10 Mann in der Spitzengruppe waren. Damit hatte ich nicht gerechnet. Da auch Fahrer dabei waren mit denen ich an dieser Stelle des Rennens nicht mehr in der Spitzengruppe gerechnet hatte, wurde ich nun etwas nervös. Zudem beschäftigte mich mein Hinterreifen.. der schien irgendwie Luft verloren zu haben oder noch zu verlieren!?

Wir passierten die Brücke über die Saar, sowie  die erste Verpflegungsstation und kamen schließlich zum ersten "richtigen" Anstieg. Keiner wollte vorfahren, also legte ich eine Schippe drauf und fuhr mein Tempo den Berg hoch. Zacharias Zschenderlein forcierte weiter, ich zog mit - (fast) alle anderen auch. Bis zur Kuppe hatten Zacharias und ich eine Lücke von 10 m, es ging in eine kleine Abfahrt, ich drückte weiter aufs Gas, konnte mich aber wieder nicht entscheidend absetzen. Es folgte eine Attacke von David Bertram, ich ging mit, blickte mich um: immer noch sieben Leute. Langsam überlegte ich mir, was ich im Falle eines Schlusssprints machen würde.. es waren immerhin schon 21 Kilometer gefahren.

Wir kamen Richtung VP2 in Mettlach. In der Abfahrt bis dorthin konnten wir uns noch zweier Mitstreiter entledigen. Nach einem weiteren Flachstück an der Saar entlang, gingen wir den langen Schlussanstieg (7 km, 200 hm) also zu fünft an.

Zacharias machte etwas Tempo im flachen, dann kam die kurze Schiebepassage nach der Staustufe, gefolgt von der Bitburger Steige. Auch dort: alle fünf noch zusammen. Ich wurde langsam RICHTIG nervös, setzte mich an die Spitze, konnte mich aber nicht absetzen. Ich fuhr als erster in einen flachen, engen Trail. Beim rausfahren bemerkte ich, dass ich ca. 20 m Lücke hatte. Ich gab also Gas und hoffte, getreu dem Motto "aus den Augen, aus dem Sinn" die anderen vier endgültig abschütteln zu können.

Nach etwa zwei Minuten traute ich mich zum ersten Mal nach hinten zu schauen, nur um festzustellen, dass ich keinen Meter gewonnen hatte.. aber auch keinen verloren, immerhin.

Es waren noch ca. vier Kilometer bis zum Ziel, die anderen zu viert, ich alleine vorne. Kurz überlegte ich, mich zurückfallen und es auf einen Sprint ankommen zu lassen. Ich entschied mich anders. Ich fuhr einfach mein Tempo und immer wenn es ging noch einen Tick schneller und hoffte, dass ich mich doch noch absetzen konnte.

Immer wenn ich mich umblickte: noch jemand hinter mir, der Abstand wurde gaaaanz langsam etwas größer. Die Gruppe schien es jedenfalls schonmal zerrissen zu haben. Es folgte der letzte Trail vorm Ziel, ich lies es nochmal gut laufen und riskierte, unten angekommen, wieder einen Blick züruck: soweit niemand mehr da. Von hier war es noch ca. 1 Kilometer bis ins Ziel, ich glaubte zum ersten Mal, dass es jetzt reichen kann, aber sicher war ich mir immer noch nicht. Also gab ich auf dem letzten Flachstück und dem anschließenden Stück bergan nochmal Vollgas, blickte nochmal nach hinten und dann endlich die Erlösung: 150 m hinter mir war niemand mehr zu sehen.

Es ging nun in den Start-/Zielbereich, noch ein paar Kurven und eine Holzbrücke, ich wurde schonmal vom Sprecher angekündigt, Start-/Zielgerade, bisschen jubeln: geschafft!

Gesamtsieg auf der Kurzdistanz, geiles Ding!

Und die Luft im Reifen hielt auch :)

Ergebnisse

Das Rennen auf Strava: Gesamtsieg Saarschleife Kurzstrecke

#Cross Country #MTB #Rennen #Saarschleife


Vereinswochenende in den Vogesen

04 Jul 2016 | Mountainbike

Vogesen Beitragsbild

Am vergangenen Wochenende hatten wir mit unserem MTB Verein RV Tempo Hirzweiler eine Hütte in Le Hohwald gemietet um dort ein gemeinsames Wochenende zu verbringen und ein paar Trails unter die Stollen zu nehmen. Das Angebot wurde mit 38 Teilnehmern von jung bis alt (5 - 60+) sehr gut angenommen.

Ich entschloss mich, nach einem kurzen Blick auf die Landkarte um die Distanz zu peilen, mit dem Rad an- und abzureisen. Am liebsten wär ich mit dem Crosser gefahren, aber da uns dort feinste Trails erwarten sollten wäre es natürlich doof gewesen nicht mit dem MTB zu fahren. Die Distanz lag laut Strava Routenplaner von Saarbrücken aus bei etwa 150 km mit moderaten 1500 hm. Kurzfristig fand sich dann sogar noch ein Mitstreiter.

DIY Müsliriegel DIY Müsliriegel für das Wochenende in den Vogesen

Wir starteten also freitags um 10 Uhr und planten, mit einen Stop in Sarrebourg, spätestens um 18 Uhr (zum Abendessen) an unserer Hütte zu sein. Das ganze lief auch wirklich wie geschmiert und wir kamen nach 7:34 h, genau 160 km und 1748 hm in Le Hohwald an. Die Route führte uns den Saar-Kohle-Kanal entlang bis an den Etang-du-Stock, von dort nach Sarrebourg, über den Col du Donon und Champ du Feu, schließlich nach Le Hohwald.

Mein persönliches Highlight des Tages (neben den Vogesen selbst natürlich): in Sarrebourg machten wir an einer Boulangerie/Pattiserie Halt um etwas zu essen. Beim aufsatteln kam die nette Verkäuferin aus dem Laden und reichte uns noch ein paar Mini-Brötchen für den Rest der Strecke <3

Merci beaucoup, Madame! :)

Saarquelle am Col du Donon Die Saarquelle am Anstieg des Col du Donon. Ein Stück Heimat mitten in Frankreich.

Am Samstag war dann eine MTB-Tagestour in zwei Gruppen zum Kloster Mont Sainte-Odile geplant. Wir starteten unsere Tour über den Champ du Feu (1099 m) und wurden direkt mit feinsten flowigen und z.T. felsigen Trails belohnt. Wie geil das dort ist!!

Am Kloster angekommen erwartete uns leider ein leichter Nieselregen, welcher die Aussicht ein wenig trübte. Nichts desto trotz war das Kloster ein schönes Ausflugsziel und dank exzellenter Planung unserer Guides schafften wir es sogar, dass beide Gruppen in etwa gleichzeitig dort eintrafen.

Wenns viel runter geht, muss es natürlich auch wieder hoch gehen und so standen nach dem Tag mit vielen geilen Trails dann auch knapp 1300 hm auf 50 km zu Buche.

Kloster Mt. Saint-Odile Am Kloster Mont Saint-Odile.

Am letzten Tag mussten wir leider schon um 15 Uhr die Hütte verlassen. Da vorher noch Stuben- und Revierreinigung (das kenn' ich doch noch von irgendwoher?) auf dem Programm stand, blieb nur Zeit für eine kleine Abschlussrunde. Eigentlich wollte ich gar nicht mehr mitfahren, da ich ja noch den Heimweg vor mir hatte, aber ich war von den Trails rund um Le Hohwald so begeistert, dass ich dann doch noch ca. die Hälfte der Tour zur Cascade du Hohwald (und die Trails bis dorthin ;) ) mitgenommen habe.

Von dort bin ich dann nochmal Richtung Champ du Feu und dann Richtung Heimat abgebogen. Auch wenn das Wetter nicht ganz ideal war und ich von den Vortagen ja schon einige Kilometer und Höhenmeter in den Beinen hatte, lief der Heimweg doch überraschend gut und ich war nach insgesamt 6:51 h, 173 km und knapp 1500 hm wieder in Saarbrücken.

Cascades du Le Hohwald Cascades du Le Hohwald

Auffällig und in Erinnerung geblieben sind mir - neben dem Spaß - v.a. aber auch die vielen Denkmäler, Gräber, Rehabilitationsanstalten für Militärs etc., an denen ich vorbeigefahren bin. Das Elsaß hat da in den letzten 100 Jahren doch einiges mitmachen müssen. Ich bin eigentlich der Meinung, dass wir fähig sind aus der Geschichte zu lernen.. ich hoffe, dass wir das tun und dass uns in Zukunft so ein Leid erspart bleibt. Deshalb hier auch nochmal Boris' hervorragender Beitrag zum Thema Europa.

Friedhof am Rande von Sarrebourg Friedhof am Rande von Sarrebourg für 13000 Soldaten die während des 1. Weltkriegs in Kriegsgefangenschaft gestorben sind.

KZ Struthof ...auf dem Rückweg kam ich an diesem Bauwerk vorbei. Zu Hause stellte sich heraus, dass sich hinter der Hecke das KZ Struthof befindet.

Insgesamt war das Wochenende in den Vogesen sehr schön. Unsere Köche haben einen super Dienst getan, die Guides schöne Touren rausgesucht und die Gruppe hatte sehr viel Spaß zusammen. Der große Altersunterschied war meiner Meinung nach eine Bereicherung für die Fahrt und ich denke alle sind gestern zufrieden wieder daheim angekommen.

Wer also mal zum Mountainbiken (oder Rennradfahren) in die Vogesen will, dem kann ich die Gegend um Le Hohwald / Col du Donon sehr empfehlen.

#Frankreich #MTB #Training #Verein #Vogesen


XCO World Cup #1: Rumble in the Jungle

27 Apr 2016 | Cross Country, Rennen, Weltcup

Am Wochenende fand im australischen Cairns die erste Runde des UCI MTB XCO Weltcups statt. Beim Rumble in the Jungle trafen zum ersten mal für diese Saison die besten Cross Country-Biker im direkten Vergleich aufeinander.. oder zumindest die meisten. Bei den Herren fehlte lediglich Jaroslav Kulhavy (gebrochene Hand), bei den Damen fehlten u.a. Jolanda Neff, Pauline Ferrand-Prevot und Gunn-Rita Dahle - allesamt Siegeskandidatinnen.

Nichts desto trotz waren die Rennen bis zum Schluss offen und spannend anzuschauen.

Wer die Rennen noch nicht gesehen hat kann sich wie immer dank der hervorragenden Arbeit von redbull.tv die Replays ansehen:

UCI MTB World Cup Cairns Women - Full Replay

UCI MTB World Cup Cairns Men - Full Replay

Wer allerdings nur nochmal schnell die Highlights Revue passieren lassen möchte, dem kann ich folgende Videos empfehlen:

UCI MTB World Cup Cairns Women - Highlight Clip

UCI MTB World Cup Cairns Men - Highlight Clip

Die olympische Saison hat aufjedenfall schonmal stark angefangen und wird mit Sicherheit noch viel Spannung für uns bereithalten!

Der nächste Weltcup findet am 22.5.16 in Albstadt statt.

Zuvor trifft sich die Weltelite allerdings noch vom 5. - 8. Mai zur Europameisterschaft in Husqvarna in Schweden. Dort gilt es für Julien Absalon seinen Titel als Europameister zu verteidigen.

#Absalon #Australien #Cross Country #MTB #Rennen #Schurter #Weltcup