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LIDA – Radsport Literaturdatenbank

Wer auch im Radsport immer auf dem neusten Stand der Wissenschaft bleiben will, musste sich bisweilen durch verschiedenste Datenbanken wühlen. Das funktioniert zwar, ist aber etwas mühsam. Durch Google Scholar ist das ganze schon einfacher geworden, aber da muss man relativ genau wissen nach was man sucht um relevante Ergebnisse zu finden. Praktisch ist irgendwie auch anders.

Der Bund Deutsche Radfahrer e.V. (BDR) möchte dem – wie auf Facebook angekündigt wurde – nun Abhilfe schaffen und hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für angewandte Trainingswissenschaft Leipzig (IAT) eine Literaturdatenbank rund ums Thema Radsport geschaffen.
Sinn und Zweck ist es alle radsport-relevanten wissenschaftlichen Veröffentlichungen gebündelt über ein Portal aufrufen zu können.

Dazu hat der Fachbereich Information & Kommunikation des IAT die gängigen wissenschaftlichen Datenbanken indexiert. Laut Information auf der Website wird die Datenbank zudem täglich aktualisiert.

Ganz anders als z.B. rad-net ist die Benutzeroberfläche modern und  intuitiv gestaltet. Es gibt eine große Suchleiste in der man direkt nach gewünschten Themen suchen kann. Man kann jedoch auch die vom BDR vorgeschlagenen Themengebiete, wie z.B.  Biomechanik, Leistungsdiagnostik oder Energiestoffwechsel durchstöbern.

Insgesamt ist die Suche gut gegliedert, so dass man z.B. nur nach Publikationen aus dem letzten Jahr oder nach Publikationen von bestimmten Autoren etc. suchen kann.

Die Startseite der Literaturdatenbank.

Ich finde die Datenbank wirklich sehr gelungen. Wenn man sich für einen bestimmten Themenbereich interessiert liefern die Vorschläge vom BDR sehr gute Ergebnisse und cross-references liefern zudem Vorschläge für themenverwandte Artikel.
Das stöbern in der Datenbank hat mir einige sehr interessante Publikationen bzw. Vorträge geliefert die ich in nächster Zeit mal lesen werde.

Was mir jedoch noch fehlt ist eine Übersicht über neu hinzugefügte Artikel. Gerade wenn man up-to-date bleiben möchte bietet es sich an eine Liste zu haben, in der stumpf die neusten Einträge aufgelistet werden – unabhängig von der Kategorie oder des Themas. Vielleicht würde sich hier auch ein RSS-Feed anbieten?
Ein weiteres Manko – wie bei allen anderen Literaturdatenbanken jedoch auch – ist die Zugriffsbeschränkung für Artikel.
Viele Artikel sind lediglich von universitären Accounts zugänglich beziehungsweise wenn man Abonnent des jeweiligen Journals ist.
Wer aber Zugriff auf wissenschaftliche Journals etc. hat, für den ist die LIDA eine sehr gute Möglichkeit auf dem neusten Stand der Wissenschaft zu bleiben.

Hier nun noch ein paar mMn. sehr interessante Publikationen, die nicht zugriffsbeschränkt sind:

Und hier auch nochmal der Link zur LIDA Literaturdatenbank Radsport des BDR.

Viel Spaß beim stöbern!

 

Der Wille zur Kraft

Lupo / pixelio.de

Wozu ein Umzug manchmal gut ist… Der Wille zur Kraft von Christian Zippel ist ein Buch, dass sich eigentlich an Bodybuilder und Kraftsportler richtet. Ich habe mir das Buch gekauft, als ich vor ein paar Jahren eine zeitlang intensiv Krafttraining betrieben habe. Schon damals hat mir das Buch sehr gut gefallen. Bei meinem kürzlichen Umzug ist es mir wieder in die Hände gefallen und ich habe etwas darin gelesen. Dabei habe ich festgestellt, dass das Buch zwar für Bodybuilder und Kraftsportler geschrieben wurde, man das Geschriebene aber auch problemlos auf Ausdauersport bzw. viele anderen Bereiche des Lebens übertragen kann.

Christian Zippel ist promovierter Philosoph mit einer durchaus bemerkenswerten Historie im Bodybuilding/Gewichtheben/Krafttraining. Seine Ansätze sind ebenso radikal, wie auch simpel – und genauso ist auch das Buch.
Obwohl eigentlich Philosoph betrachtet Zippel den Sport aus vielen verschiedenen Blickwinkeln, beispielsweise aus Sicht der Psychologie, Sportwissenschaft oder Ökonomie.

Gespickt mit vielen anschaulichen Beispielen entsteht beim Leser nie Langeweile, sondern ganz im Gegenteil: Zippel schafft es immer wieder mit seinen Ansichten den Leser zu überraschen, zu motivieren und zugleich zum Nachdenken anzuregen.

“Du aber musst immer Deinen Zielen folgen und nicht der Masse”

Nach einer allgemein gehaltenen Einführung, in der es vorrangig um den Willen geht, folgen danach die 10 Gebote kompromissloser Leistungssteigerung. Diese sind nach Zippel:

  1. Holismus
  2. Beharrlichkeit
  3. Progressivität
  4. Konzentration
  5. Evolution
  6. Aggressivität
  7. Ernährungsbewusstsein
  8. Nachhaltigkeit
  9. Wissbegierigkeit
  10. Charakterstärke

“Erfolg ist nichts anderes als eine Konsequenz der richtigen mentalen Einstellung!”

Wie bereits erwähnt richtet sich das Buch ursächlich an Bodybuilder bzw. Kraftsportler, nichts desto trotz lassen sich die 10 Gebote auch wunderbar aufs Radfahren bzw. den Ausdauersport allgemein übertragen.

Wer wissen will, was es mit den Geboten auf sich hat, besorgt sich am besten das Buch. Denn ich kann das nicht annähernd so gut zusammenfassen, wie der Autor das formuliert hat. Zippel lädt seine Leser dazu ein auch mal über den Tellerrand hinaus zu blicken. Wer gerne seinen Horizont erweitern möchte, dem sei das Buch also wärmstens empfohlen.

Mir jedenfalls hat das erneute Lesen große Freude bereitet und mich zugleich an einige Dinge erinnert, die bei meinen Training noch zu verbessern sind.

“Worauf es jedoch wirklich ankommt, ist die Stärke, auch dann noch beharrlich zu bleiben, wenn man momentan nicht erfolgreich ist.”

#miraclemorning516 – Halbzeitanalyse

Rainer Sturm / pixelio.de
Rainer Sturm / pixelio.de

Der Mai steht ganz im Zeichen des #miraclemorning516. Eine Challenge von sebastianrennt, die dazu aufruft den Tag mit einer selbst gewählten Morgenroutine – und damit positiv – in den Tag zu starten.
Anfang Mai hab ich meine eigene (geplante) Morgenroutine hier vorgestellt.
Zwei Wochen später möchte ich eine erste kleine Halbzeitanalyse abliefern.

Here we go:
Der erste Tag war ein Klacks! Ich war vor meinem Wecker wach und top motiviert, auch durch die Sonnenstrahlen die durch den Rolladen in mein Zimmer fielen. Das frühe aufstehen und das kleine Sportprogramm waren kein Problem.
Im Lauf der ersten Woche blieb das eigentlich auch so. Es gab keinen Tag, an dem ich den Wecker nochmal gesnoozed habe. Lediglich an zwei Tagen hab ich das Sportprogramm verkürzt/wegfallen lassen, aber sonst lief die erste Woche super!

Die zweite Woche sah leider etwas anders aus. Das aufstehen fiel mir – besonders wenn ich bei meiner Freundin übernachtet habe – schwerer, drei mal hab ich um 6:30 Uhr noch weitergesnoozed, einmal das Sportprogramm ausfallen lassen..

Ich bin schon seit längerem (Danke, liebe Bundeswehr) kein richtiger Langschläfer mehr, aber meine “normale” Aufstehzeit liegt eher so bei 7:30 – 8:00. Trotzdem bin ich momentan morgens ziemlich fit und auch am Tag nicht müde. Die Motivation den miraclemorning bis Ende des Monats durchzuziehen ist auch noch da. Schließlich will ich mir die Yoga-Matte auch nicht für nix zugelegt haben.

Also, weiter gehts!

#miraclemorning516 – meine Morgenroutine

miraclemorning_20160501
Rainer Sturm / pixelio.de

 

Okay, der Titel ist vielleicht etwas übertrieben. Normalerweise kann man nichts Routine nennen, was sich noch nicht durch mehrmaliges wiederholen zur Gewohnheit entwickelt hat.. aber da möchte ich hin!

Schon seit längerem versuche ich (erfolglos) eine gute Morgenroutine zu entwickeln. Ich hatte mir beispielsweise schon oft vorgenommen morgens ein kleines Athletik-/Dehnprogramm durchzuführen oder ein paar Yoga-Übungen zu machen. Leider hab ich es aber bisher nie zur Routine gebracht.

So gestaltet sich mein morgen bisher bei mir in etwa folgendermaßen: ca. 30 – 40 min bevor ich aus dem Haus muss, quäle ich mich aus dem Bett, wandere ins Bad, anschließend in die Küche, frühstücke schnell was, wieder ins Bad, anziehen und los gehts!

Der Wille das zum Guten zu ändern ist ja bereits seit längerem vorhanden, nun bin ich heute auf Sebastians Blogeintrag In der Frühe liegt die Kraft: Meine Morgenroutine gestoßen. Das hat mich so motiviert, dass ich seinem Aufruf folge und im Mai meine eigene positive Morgenroutine etablieren möchte.

Geplant habe ich eine ca. 60 minütige Morgenroutine light. Wenn das klappt, kann ich das Ganze immer noch erweitern. Lieber langsam anfangen und durchziehen als zu viel wollen und scheitern lautet hier die Devise.

Der Plan sieht also erstmal folgendermaßen aus:

6:30 Uhr – Aufstehen
– 10 min für Bad
– 15 min für Dehnen/Yoga/Athletik
– 5 min zum Tag planen/strukturieren
– 30 min für Frühstück + Emails/Feeds checken/lesen

wenn alles rund läuft, kann ich anschließend um etwa 7:30 Uhr das Haus verlassen und zur Uni fahren.

Was ich mir davon verspreche? Positiv in den Tag zu starten! Ausführlicher kann man das in Sebastians Artikel oder wahrscheinlich noch viel ausführlicher in dem Buch The Miracle Morning von Hal Elrod nachlesen.

Also dann, bringt it on #miraclemorning516

Nino Schurter: Hittin’ the Gym with the Champ

Nino Schurter, amtierender Mountainbike-Weltmeister und immer auf #huntforglory, produziert unter diesem Titel schon seit längerem kurze Videos über sein Training, Rennen und seine Off-Season. Die Videos sind professionell (klar!), kurzweilig und nett anzuschauen – doch haben es bisher nicht geschafft mich so richtig zu begeistern.

Dies änderte sich jedoch mit den letzten beiden Videos der Serie. In Kapitel 9 (Part I und II) bekommt man einen Einblick davon, was der Weltmeister abseits seines Bikes für ein Training absolviert. Dass mittlerweile kein Profi-Sportler mehr um Athletik- und Krafttraining drumherum kommt dürfte kein Geheimnis mehr sein, dass Nino Schurter allerdings abseits vom Rad SO spezifisch trainiert hätte ich nicht gedacht. Umso spannender sind also die Einblicke, die man in Nino’s Athletiktraining bekommt.

Mit wenigen Hilfsmitteln schafft er es sein Athletiktraining an die Anforderungen im Rennen anzupassen, etwa in dem nach einer Belastung (im Rennen: Berg) keine Pause folgt, sondern eine koordinative Aufgabe (im Rennen: Downhill). Beispielsweise folgt nach einem Satz Kniebeugen, eine “aktive Pause” mit Balancieren auf dem Balanceboard. Dabei hält Nino einen Lenker in beiden Händen und simuliert damit die Abfahrtsposition auf dem Bike. Eine andere aktive Pausengestaltung ist das Jonglieren (auf dem Balanceboard). Jonglieren hilft dabei die Hand-Augen-Koordination (die speziell beim Mountainbiken stark gefordert ist) zu verbessern, was natürlich auch auf dem Trail nützlich ist.

Ich habe mir jedenfalls vorgenommen Nino’s Übungen von nun an mehr in mein eigenes Training einfließen zu lassen. Vom Weltmeister kann man schließlich immer noch was lernen… 😉

Hier die Videos: