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Erste UCI eCycling WM

08 Dez 2020 | Rennen, Radszene, eCycling

UCI eCycling Weltmeisterschaft

In den letzten Wochen wurde in den sozialen Medien (zumindest in meinem Feed) viel Werbung für die erste UCI eCycling Weltmeisterschaft gemacht. Die bereits im letzten Jahr angekündigte WM findet am morgigen Mittwoch auf ZWIFT statt.

Die Rennen der Frauen und Männer werden auf dem gleichen Kurs "Figure 8 Reverse" auf der virtuellen Insel Watopia ausgetragen. Es gilt 50 simulierte km und 483 simulierte hm auf dem Weg zum Weltmeistertrikot zu überwinden. Die Männer starten dabei um 13:45 Uhr und die Frauen folgen zwei Minuten später um 13:47 Uhr. Warum die Rennen Mittags stattfinden und nicht etwa am frühen Abend (was auch für die FahrerInnen aus Nord-/Südamerika entspannter wäre) bleibt allerdings fraglich.

Zu gewinnen gibt es neben dem WM Trikot jeweils 8000 € für den/die SiegerIn, 4000 € für die zweiten Plätze und 2000 € für den/die Bronzemedaillen-GewinnerIn.

UCI eCycling

Auf der UCI Website hat "Cycling Esports" mittlerweile eine eigene Sektion bekommen wo sich alle Informationen rund um die neue Radsportdisziplin finden lassen. Für viel Diskussion im Vorfeld sorgten die diversen Möglichkeiten sich bei der WM einen Vorteil zu verschaffen, sei es durch Manipulation des Gewichts, des Smarttrainers oder plain old Doping. In Vorbereitung der Austragung der ersten UCI eCycling WM trifft der Weltradsportverband daher viele Maßnahmen um für die FahrerInnen möglichst gleiche Bedingungen zu schaffen.

Die SportlerInnen konnten bis Mitte Oktober von den nationalen Verbänden an die UCI gemeldet werden. Dabei gab es insgesamt jeweils 100 Startplätze im Frauen- und im Männer-Rennen. Voraussetzung für eine Nominierung waren eine gültige UCI-Lizenz, sowie die Zugehörigkeit zum Testpool der nationalen Anti-Doping-Agenturen seit mindestens 16. Oktober 2020 und bis mindestens Ende des Jahres.

Um dem naheliegendsten Betrug durch Manipulation an Größe und Gewicht (die Größe wird benötigt um Windschatteneffekte zu berechnen) vorzubeugen, sind die FahrerInnen verpflichtet innerhalb der letzten 24 h vor dem Start ein Video hochzuladen auf dem die FahrerInnen ihre Größe und ihr Gewicht ermitteln.

Um möglichst gleiche technische Voraussetzungen - ein weiteres Problem bei dezentral ausgetragenen Rennen - zu schaffen, arbeitet die UCI mit einen "Event Hardware Partner" zusammen. In diesem Fall stattet Tacx alle FahrerInnen mit einem NEO 2T Smarttrainer aus, welcher vorher durch Tacx und die UCI validiert wurde.

Die FahrerInnen sind verpflichtet 60 Minuten vor dem Start dem Spiel beizutreten und sicherzustellen, dass sie sich vor und während des Rennens in einer von der UCI & ZWIFT überwachten Videokonferenz befinden. Weiterhin sind die FahrerInnen verpflichtet Herzfrequenz-Messung zu verwenden und die Renndatei zu speichern um eventuelle Manipulationen auch im Nachhinein ausschließen zu können.

Eine weitere Maßnahme in der von der UCI veröffentlichen FAQ betrifft ein extra für die WM und exklusiv für die FahrerInnen bereitgestelltes Firmware-Update der Tacx NEO 2T Smarttrainer. Details zu dem Firmware-Update sind leider keine bekannt. In der FAQ steht lediglich "This is a special update that Garmin Tacx have developed to optimize performance for the World Championship and is not available to the general public.".

ZWIFT und die UCI betreiben also einiges an Aufwand um Manipulationen zu verhindern. Neben diesen technisch interessanten Details, sind aber auch die Starterfelder sehr interessant.

Die Starterfelder

Die Starterfeld bieten eine bunte Mischung aus erfahrenen ZWIFT-Pros, Cyclocross-Profis, Weltcup-Mountainbikern, WorldTour-Profis und Triathlon-Profis. Im Männerfeld findet man beispielsweise der belgische Cross-Star Eli Iserbyt, INEOS-Neuzugang Tom Pidcock, Triathlon-Pro Lionel Sanders, Stundenweltrekord-Halter Victor Campenaerts, Flandern-Gewinner Alberto Bettiol, EF-Profi Rigoberto Uran, die XC-Raketen Jordan Sarrou und Lars Forster und Ruder-Ass und ZWIFT-Pro Jason Osborne.

Bei den Damen ist das Feld nicht minder gut besetzt. So sind unter anderem die mehrfache MTB Weltmeisterin Annika Langvad, die ZWIFT-Academy Gewinnerinnen Tanja Erath und Ella Harris, die mehrfache Weltmeisterin Annemiek van Vleuten sowie die aktuelle Olympiasiegerin und Weltmeisterin Anna van der Breggen am Start.

Insgesamt stehen 78 Fahrer aus 21 Nationen am Start des Männerrennens. Bei den Frauen werden 54 Fahrerinnen aus insgesamt 19 Nationen den Titel unter sich ausmachen. Die gesamte Startliste ist hier zu finden.

Live-Übertragungen

Wer nun Bock hat sich die Rennen anzusehen, dem kann geholfen werden.

Die Rennen werden auf verschiedenen Sendern übertragen. In Frankreich überträgt beispielsweise L'Equipe die Rennen, während in Belgien die Sender Sporza und RTBF - welcher normalerweise alle Cyclocross und Straßenrennen übertragen - sich die Übertragungsrechte gesichert haben. Im Rest von Europa können die Rennen über Eurosport 2 (bzw. den Eurosportplayer) angeschaut werden. Zusätzlich zu den Übertragungen im Fernsehen sollen die Rennen auf YouTube gestreamt werden. Eine Übersicht aller Möglichkeiten das Rennen zu verfolgen findet man auf der Website von ZWIFT.

Egal wie man zu eCycling eingestellt ist, denke ich dass die Starterfelder sehr spannende Rennen versprechen. Ich bin daher gespannt wer sich am Mittwoch als erste/r eCycling WeltmeisterIn in die Annalen der UCI eintragen lassen kann.

#Szene #UCI #Zwift #eCycling


In Case You Missed It 11/2020

30 Nov 2020 | Allgemein, Radszene

Wieder ein Monat um. Wie bereits in den letzten Monaten, gibt es auch für den November eine kleine, aber feine Auswahl lesenswerter Blogs, Artikel & Bücher, hörenswerter Podcasts, sehenswerter Videos & Fotos als Fundstücke des Monats. Viel Spaß damit!

shutuplegs trifft 8000 Watt

8000 W? Wem das nix sagt, der MUSS das Interview auf shutuplegs unbedingt lesen. Alle anderen natürlich auch.

Peter Sagan mit Bewerbungsvideo für SpaceX

Peter Sagan hat sich mit einem Tweet als Astronaut für den nächsten SpaceX-Flug zur ISS beworben. 7.9G hat Sagan seinem Tweet zu Folge in einem Kampfjet ausgehalten. Beim Start einer Rakete müssen die Astronauten ~ 3G aushalten. Das sollte also Dicke reichen ;-)

Hey @Thom_astro, I pulled 7.9g in my recent flight in a fighter jet. It was a bumpy ride at times but I'm definitely getting better and I'll keep training. Please call me when there is a spot in a @SpaceX rocket to the @Space_Station (You can put me in the cargo bay if needed) pic.twitter.com/HWxscgXWVv

— Peter Sagan (@petosagan) November 30, 2020

The dictator, the oligarch and the UCI president

In einem unfassbaren, aber gleichzeitig sehr gut recherchierten und aufbereiteten Artikel legt CyclingTips die Seilschaften zwischen dem Turkmenischen Staatsoberhaupt, dem Oligarchen Makarov und dem aktuellen UCI Präsident dar. Liest sich wie ein Krimi, ist aber wohl (leider) sehr nahe an der Realität.

EF Gone Racing: Giro d'Italia

EF Education First hat dieses Jahr beim Giro d'Italia mit ihrer Trikot-Kollaboration mit der Skateboard-Marke Palace für großes Aufsehen in der Szene gesorgt. Wie bereits bei vergangenen Rennen hatten sie auch dieses Mal ein Film-Team dabei, welches eine weitere Episode "EF Gone Racing" produziert hat.

Wandrer Strava Plugin

Martin von 169k.net hat im November einen Artikel über die Plattform "Wandrer" geschrieben. Wandrer ist ein interessantes Plugin, welches einem anzeigen kann welche Straßen/Wege in einem Gebiet man bereits alle befahren hat. Slow statt Fast oder Erlebnis vor Ergebnis. Wie auch immer, das Konzept ist interessant!

Dream Build: TGH Pinarello F12 Giro Edition

Auch dieses Mal komme ich nicht drum herum ein Video von Gee Milners "Dream Builds"-Serie mit in meine ICYMI-Serie aufzunehmen: dieses Mal das Pinarello F12 des Giro-Siegers Tao Geoghegan Hart.

VOTEC Stuttgart-Stelvio (in one go)

Vier unerschrockene FahrerInnen, ein paar Räder, eine gut geplante Route und eine Support-/Kamera-Crew. Das ist alles was es benötigt um ein unvergessliches Abenteuer zu erleben. Wie das für die Fahrer war könnt ihr euch eindrucksvoll in dem Video bewundern:

#ICYMI #Szene #Radsport


Alles bleibt anders

29 Nov 2020 | Allgemein

Willkommen auf VELOVIVRE v3(?).

So richtige Versionen gab es auf meinem Blog bisher noch nie. Veränderungen waren nie großartig im voraus geplant und ergaben sich immer daraus, dass ich unzufrieden mit irgendetwas war und spontan etwas experimentiert habe.

Das war zugegebenermaßen dieses Mal auch nicht viel anders. Nur, dass die Veränderungen im Endeffekt deutlich umfangreicher wurden und größer ausfielen. velovivre lief vorher auf Wordpress. Für einen kleinen Blog auf dem im Jahr etwa ein Dutzend Artikel und ein paar Bildern veröffentlicht werden, wurde Wordpress als "Content Management System" für mich mit der Zeit einfach zu aufgeblasen. Ich hatte bereits mit schlichteren Themes experimentiert ohne jedoch eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Zwischenzeitlich wollte ich das Heft dann auch mal selbst in die Hand nehmen und ein eigenes Theme programmieren... aber auch das scheiterte - neben meinen eingeschränkten Programmierkenntnissen - an der Komplexität des ganzen Systems. Ich hatte schlicht keine Lust mich so tief einzuarbeiten.

Also kam alles anders und ich habe den Blog selbst programmiert. Mit der neuen Version nutze ich nun kein CMS mehr, sondern bin auf Python und den Static-Site-Generator Pelican umgestiegen. Für alle die sich nicht für die technischen Details interessieren: einfach den nächsten Absatz überspringen ;)

Python? Pelican? Static-was?

Python ist eine mittlerweile sehr weit verbreitete Programmiersprache. Python ist so flexibel, dass damit von Backend bis Frontend quasi alles möglich ist. Programme, Automatisierungen, Datenanalysen (z.B. die GCA Analysen hier auf velovivre: [1], [2], [3], [4], und [5]), Websites etc. programmiert werden. Prominente Beispiele? YouTube, Instagram, Google und nun natürlich mein Blog ;-)

Pelican ist eine "Erweiterung" von Python mit der sich Static-Sites (einfache HTML-Seiten) generieren lassen. Der Vorteil?

HTML-Seiten können nicht gehackt werden. Die Daten sind direkt verfügbar und müssen nicht wie z.B. PHP-Seiten (wie Wordpress sie verwendet) auf dem Server ausgeführt werden und erzeugen damit weniger Traffic. Die Seite ist nicht mit Plugins überladen und wird dadurch deutlich schneller aufgebaut als vorher. So weit, so langweilig & nerdig also.

Alles bleibt anders

Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix.

Neben der großen Umstellung im Design und "Backend" soll sich inhaltlich allerdings nichts verändern. Ich versuche weiterhin in regelmäßiger Unregelmäßigkeit (Un)Sinn aus dem Radsport/über den Radsport "zu Papier" zu bringen. Wie immer würde es mich natürlich freuen wenn der ein/die andere das weiterhin verfolgt.

Viel Spaß und willkommen auf dem neuen velovivre-Blog!

#velovivre #Blog #Veränderung