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Analyse: GCA Liga Runde 1

Am Wochenende wurde auf ZWIFT die erste Runde der GCA Liga powered by Müller Logistik ausgetragen. Die GCA Liga ist quasi die virtuelle Bundesliga in Zeiten der Corona-Pandemie. Brot und Spiele für das Radsport-Volk!
Mit über 300 Teilnehmern wurde das Angebot des BDR beim ersten Rennen direkt gut angenommen. Neben kleineren technischen Schwierigkeiten bei der Live-Übertragung (auf YouTube) bot das Rennen – wohl auch wegen der kurzen Renndauer – ganz nette Unterhaltung mit einem spannenden Zielsprint.

Als ich mir das Rennen auf YouTube angeschaut habe sind mir direkt ein paar Fragen durch den Kopf geschossen: Wie groß ist das Feld? Wer fährt hier mit? Wie stark ist das Feld? Was für eine Rolle spielt die Erfahrung in ZWIFT Rennen? Werden Teams versuchen Teamtaktiken anzuwenden? usw.

Für den radsportbegeisterten Sportwissenschaftler sind virtuelle Rennen natürlich sowas wie der Sechser im Lotto:
mitmachen darf nur wer ein Powermeter und einen HF-Sensor hat und im Anschluss werden die Daten – samt Alter, Größe und Gewicht – veröffentlicht.

Das reicht schon als Grund um mal einen Blick in die Daten zu werfen.
Aber Achtung, Nerd-Alert! 😉

Konkret haben mich folgende Fragen interessiert:

  • Wer steht bei der GCA Liga am Start? Wie groß ist das Frauenfeld? Wie groß das Männerfeld? Wie alt, groß, schwer ist der/die durchschnittliche Sportler?
  • Wie hoch ist die Leistungsfähigkeit der Sportler? Ist das Feld homogen oder gibt es große Leistungsunterschiede?
  • Welcher Faktor hat den größten Einfluss auf die Platzierung?

Da das hier zwangsläufig ein längerer Artikel mit vielen Tabellen und Grafiken wird, ist der Artikel in mehrere Seiten aufgeteilt. Jeweils am Ende einer Seite kann man eine neue Seite auswählen.

Saison 2020? Ein paar Gedanken

Das Corona-Virus hält die Welt und natürlich auch die Radsport-Szene weiter im Lockdown. Viele Teams mussten zwischenzeitlich kreativ werden um sich wenigstens in den Social Media-Streams präsentieren zu können.
Das geschah in den letzten Tagen und Wochen z.B. auf Bkool bei “Virtual Flanders”, dem Alpecin Fenix Rennen auf ZWIFT, dem Team Ineos Rennen, aber auch auf (mehr oder weniger) kreative Art und Weise in dem die Teams ihre Fahrer was basteln liessen oder man alle zwei Tage eine neue Challenge (für mich jetzt schon das Unwort des Jahres!) ausruft.
Ostern war für viele ein erster kritischer Punkt in der Pandemie. Um Ostern rum entschieden sich viele Länder die aktuelle Situation neu zu bewerten und die aktuell geltenden Maßnahmen wie Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen, Ladenöffnungen, Schulschließungen etc. zu verlängern bzw. lockern.

Auch die UCI hat in der Zwischenzeit einen neuen Plan für die Saison 2020 ausbaldowert und gestern als Pressemitteilung veröffentlicht.
Die Eckdaten:

  • bis Ende Juni finden keine Rennen im Rennradbereich statt, Rennen mit World Tour-Status finden bis Ende Juli nicht statt
  • die Tour de France wird verschoben auf den 29. August bis 20. September
  • die Weltmeisterschaft findet wie geplant vom 20. – 27. September statt (Schweiz)
  • nach der WM wird der Giro d’Italia ausgetragen
  • direkt gefolgt von der Vuelta a Espana
  • die Monumente (Milan-San Remo, Paris-Roubaix, Ronde van Vlaanderen, Liège-Bastogne-Liège und Il Lombardia) sollen auch alle noch dieses Jahr stattfinden.
  • die Europameisterschaft (Italien) soll wie geplant vom 9. – 13. September stattfinden
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Bring it on.

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Das nennt man dann wohl Freizeit-Stress.

Wenn man die Überschneidungen (z.B. Europameisterschaft mit Tour de France) mal kurz außen vor lässt und davon ausgeht das alle Grand Tours regulär mit 21 Etappen ausgetragen werden, ergäbe das 73 Renntage in ~ 13 Wochen, also 91 Tagen.
Ich bin dazu davon ausgegangen, dass die Saison bis Ende November gehen würde um den Teams die Möglichkeit zu geben im Dezember die neue Saison vorzubereiten, welche regulär ja bereits Mitte Januar in Australien wieder starten würde.
Das ist ein strammes Programm, selbst wenn man davon ausgeht, dass jedes Team zwei Mannschaften aufstellen kann, welche ein unterschiedliches Programm absolvieren.

Klar ist – falls die Saison so stattfinden sollte wie aktuell geplant – dass die Teams ihre A-Mannschaft zur Tour de France schicken werden. Mit der WM nur eine Woche später, könnte es aber sein, dass wir dort nur ein Peloton ohne die “Stars” sehen werden, da diese sich wohl noch von der Tour erholen müssen. Vielleicht wird die UCI versuchen die Top-Fahrer dennoch an den Start zu kriegen, aber ob die dann tatsächlich konkurrenzfähig sind wage ich zu bezweifeln.

Das wird sich so ähnlich bei Giro und Vuelta abspielen. Wenn man davon ausgeht, dass der Giro Anfang Oktober stattfindet, wird kein Fahrer der die Tour (zu Ende) gefahren ist, im Anschluss beim Giro am Start stehen (oder zumindest nicht konkurrenzfähig sein/bis zum Ende durchfahren,…). Bei der Vuelta könnte dann ein Großteil des Pelotons am Start stehen, welches auch bei der Tour am Start war (auch wenn die Regenerationszeit zwischen Tour-Ende und Vuelta mit ca. vier bis fünf Wochen sehr knapp ist.

Um diese “Saison” überhaupt durchzukriegen sind viele Kompromisse nötig, das Ganze klingt aber – mit entsprechend guter Planung und Logistik – erstmal machbar.
Kritisch wirds mMn. dann aber wenns um die Monumente geht. Wo die in dieser Planung noch ihren Platz finden und welche Fahrer dort starten sollen erschließt sich mir nicht – außer man würde die Saison noch verlängern und ggf. die Saison 2021 auch noch kürzen/später starten.

Es bleibt abzuwarten ob die bis dato geplante Saison so überhaupt stattfindet oder die UCI nochmal korrigieren muss. Da die Tour de France für die Sponsoren und Teams die mit Abstand wichtigste Veranstaltung ist, wir die ASO und UCI alles daran setzen, dass zumindest die Tour dieses Jahr noch stattfindet – unter welchen Umständen auch immer. Bei den anderen Rundfahrten/Rennen könnte ich mir vorstellen, dass diese z.T. verkürzt werden oder eben doch noch ausfallen.
Wenn allerdings die Saison so wie oben beschrieben stattfindet, haben wir zumindest etwas worauf wir uns im Herbst freuen können.

Erste virtuelle Profi-Rundfahrt angekündigt

Das Corona-Virus wirbelt derzeit alles durcheinander. Nicht nur das öffentliche Leben, sondern natürlich auch der (Rad)Sport ist zum größten Teil zum erliegen gekommen. So wurden bisher alle UCI-Rennen bis mind. Juni abgesagt bzw. verschoben. Sogar Giro d’Italia und Tour de France bleiben davon nicht verschont. Die Profi-Teams, welche komplett von Sponsoren oder Mäzenen abhängig sind, befinden sich nun in der Situation, dass sie “Content” produzieren müssen um ihre Sponsoren zu präsentieren. Das ist heute dank Social Media einfacher als jemals zuvor, aber irgendwann hat man sich auch an der x-ten Klopapier-Challenge satt gesehen.

Ich vermute genau aus diesem Grund hat velon.cc (Vereinigung der Profi-Teams) daher heute angekündigt, dass es im April ein fünftägiges Rennen auf der Online-Plattform Rouvy geben wird. Eingeladen sind alle Teams, die für die Tour de Swiss (falls es nicht abgesagt wird, im Juni) startberechtigt wären. Jedes Team darf max. drei Fahrer stellen.
Ausgetragen werden die Rennen wie bereits geschrieben auf der Online-Plattform Rouvy, auf Strecken die Teil der Tour de Swiss wären, mit einer voraussichtlichen Dauer von ca. einer Stunde pro Etappe.

Es bleibt abzuwarten welche Teams & Fahrer letztendlich an den Rennen teilnehmen, aber bis dato haben Team Ineos, BORA Hansgrohe, Jumbo-Visma und Deceuninck-Quickstep auf Twitter öffentlich Interesse bekundet:

In dem Press-Release auf velon.cc kamen außerdem Team Sunweb & Trek-Segafredo zu Wort.

Vor wenigen Wochen hat Kai Rapp (ZWIFT Deutschland) im Besenwagen-Podcast angekündigt, dass es in Zukunft Profi-Rennen auf ZWIFT geben soll. Er hat aber auch deutlich zu verstehen gegeben, dass da noch etwas Arbeit vor ihnen läge und es deshalb noch etwas dauern würde, bis es damit losgehen kann.

Aktuell kooperiert ZWIFT mit verschiedenen Teams (Canyon//SRAM und EF Pro Cycling) und Fahrern aus Radsport und Triathlon (z.B. Jan Frodeno) und organisiert Group-Rides um die User bei der Stange zu halten. In Kooperation mit Jan Frodeno hat man beispielsweise den #FrodissimoFriday eingeführt:


Ich bin sicher, dass dabei das Engagement der User gesteigert wird, aber die Group Rides auf ZWIFT generieren ziemlich sicher keine Zuschauer.

Hat Rouvy hier ZWIFT also ein Schnippchen geschlagen? Ist ZWIFT – wenn sie zeitnah keine Rennen mit Pro-Teams organisiert bekommen – raus aus dem Business? Wenn die Rennen ein Erfolg werden (zuschauertechnisch), wird das ganze dann in Zukunft weiter ausgebaut?
Denkbar wäre es – und wenn man Kai Rapp (ZWIFT) glaubt – dann könnte e-Cycling sogar zu einer neuen Kategorie im Radsport werden.
Ich bin mir sicher, dass das früher oder später so kommen wird und e-Cycling uns in Zukunft weiterhin begleiten wird. Indiz dafür ist, dass die UCI bereits letztes Jahr ebenfalls eine e-Cycling-WM in Kooperation mit ZWIFT und den nationalen Radsport-Verbänden angekündigt hat.
Interessanter als die Frage ob, finde ich die Möglichkeiten in welche Richtung sich e-Cycling sich entwickeln könnte: Werden die aktuell existierenden WorldTour-Teams zusätzlich e-Rennen fahren? Werden extra Fahrer eingestellt? Bilden sich neue Teams?
Das wirft wiederrum die Frage auf welchen Deal die WorldTour-Teams (vertreten durch velon.cc) mit Rouvy ausgehandelt haben. Werden sich die aktuellen Teams in zwei Lager, ZWIFT und Rouvy aufteilen?
Definitiv eine sehr spannende Entwicklung die da vor uns liegt.

Aktuell gibt es also zwei große Akteure im e-Cycling: Rouvy und ZWIFT. Die UCI steht aktuell auf Seite von ZWIFT, es wäre mMn. aber nicht ausgeschlossen, dass die UCI unter Druck der Profi-Teams in Zukunft die Plattform wechselt. Wenn die Profi-Teams ihre Hausaufgaben gemacht haben, dann sollten sie sich – anders als bei den richtigen Rennen – an den Gewinnen beteiligen lassen, egal auf welcher Plattform die Rennen ausgetragen werden. Zwar wird der Radsport vermutlich nie ganz ohne Sponsoren auskommen, aber das böte einigen Teams die Möglichkeit evtl. magerere Sponsorenjahre zu puffern.

Wenn man die – zugegebenermaßen nicht ganz neue Idee – einmal weiterspinnt, wäre eine unabhängige Plattform – beispielsweise von velon betrieben – ein weiteres (möglicherweise lukratives) Betätigungsfeld für WorldTour-Teams. Auch die UCI könnte eine eigene Plattform entwickeln bzw. sich Exklusivrechte sichern, was aber widerrum vermutlich nachteilig für die Vermarktung der WorldTour-Teams wäre.

Auch wenn ich nach wie vor natürlich lieber draußen Radfahre und “echten” Radsport sehe, freue ich mich auf die Entwicklungen die da vor uns liegen und werde diese mit Interesse verfolgen. Die bisherigen ZWIFT-Rennen die ich mir angeschaut habe waren jedenfalls sehr kurzweilig. Klar, nicht vergleichbar mit der grandiosen Landschaft bei den Grand-Tours oder der Dramaturgie der Klassiker, aber dennoch kurzweilig und spannend zu verfolgen.

Quo vadis, Radsport?

 

In der letzten Woche machte die Neuigkeit die Runde, dass Rapha – nach zwei Jahren Abwesenheit – 2019 wieder ins Pro-Peloton als Sponsor einsteigen wird. Beim beenden des Vertrags mit dem Team Sky zur Saison 2016 wurde kein Grund genannt warum der Vertrag nicht verlängert wurde. In einem Interview aus dem letzten Jahr gab einer der Gründer, Simon Mottram, dann aber doch einen Einblick warum das Engagement nicht fortgeführt wurde: Mottram gab zu Protokoll, dass das Sponsoring es nicht geschafft habe Raphas Vision – die Basis mehr für den Profi-Sport zu begeistern – zu erfüllen.

Umso verwunderlicher scheint es nun, dass Rapha – welche definitiv als Premium-Marke und in gewisse Weise auch als Vorreiter in der Radbekleidungsindustrie bezeichnet werden kann – 2019 ihr Engagement im Profi-Peloton wieder aufnehmen wird: und zwar als Ausstatter bei EF-Drapac p/b Cannondale.

Wenn man sich diverse Artikel zum Deal oder auch den neusten cyclingtips-Podcast anhört wird schnell klar, dass dies kein “normaler Deal” ist den Rapha hier eingeht, sondern – passend zu Rapha und durchaus auch zu EF-Drapac – etwas mehr “out of the box-thinking” beinhaltet. Der Kernpunkt des Sponsorings über den am meisten gesprochen wird ist nämlich, dass das Team 2019 nicht nur an UCI-Rennen teilnehmen wird sondern – sofern es in den Kalender des Teams passt – auch an “alternativen” Rennformaten & Radsportveranstaltungen. Auf der Liste stehen beispielsweise das Leadville100 (Mountainbike), Dirty Kanza (Gravelrennen) und Rennen der Redhook-Fixed-Gear-Kriterien. Vermarktet werden wird das ganze dann auch von der ohne Zweifel sehr guten Marketingabteilung von Rapha. Ziel ist es dabei – neben dem Verkauf von Klamotten natürlich – wie man das von Rapha gewohnt ist, v.a. Emotionen zu erzeugen & Persönlichkeiten in den Vordergrund zu rücken als den sportlichen Erfolg einer Equipe.

Krise des Radsports

Der Grund warum für Sponsoren wie Rapha der sportliche Erfolg nicht die oberste Priorität einnimmt ist mit Sicherheit die Glaubwürdigkeitskrise die der Radsport durch immer neue Dopingskandale erfahren hat. Zwar hat sich diese Krise mMn. mit der “neuen” Generation an Profis bereits deutlich verbessert, dennoch ist der Radsport in der Öffentlichkeit nach wie vor ein gebranntes Kind. Dadurch entfernt sich der Profi-Sport immer mehr von der Basis des Radsports. Beispiel? Man schaue sich nur mal die Nachwuchsprobleme im Rennsport (Straße) an, die sinkenden Starterfelder bei Lizenzrennen und gleichzeitig aber die boomenden Starterzahlen bei Jedermannrennen. Radsport lebt – nur eben nicht im durch den Verband organisierten Sport. Das ist schade, denn nur durch eine breite Basis können auch Talente gefischt werden welche es dann vielleicht an die Spitze des Sports schaffen.

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten sind deshalb aktuell – vor allem auch durch den sehr einfachen Zugang zu einem großen Publikum über Soziale Medien – interessanter für Sponsoren als ein Team das Sieg um Sieg einfährt. Das tragen von Team-Kits wird immer verpöhnter unter Amateur-Radsportlern. Kein Wunder also, dass Rapha einen “alternativeren” Sponsoring-Ansatz hat als den Verkauf von “Pro-Gear”. 

Authentizität im Tun, Handeln & das darüber berichten in sozialen Medien lässt Sportler zu größeren Identifikationsfiguren für den Hobby-Radfahrer werden als z.B. Chris Froome der wie von einem anderen Planeten wirkt und Grand-Tour-Siege in Serie einfährt. Viel sympathischer & authentischer wirkt da die lockere Art eines Peter Sagan, die KOM-Jagd eines Phil Gaimon, mit dem sich jeder Hobbysportler auf Strava messen kann & damit einen Eindruck von dem unfassbaren Leistungsvermögen eines Profis kriegt. Jonathan Vaughters – Teamchef von EF-Drapac – hat das anscheinend als einer der ersten erkannt. So sprach er im bereits erwähnten cyclingtips-Podcast darüber, dass Phil Gaimon womöglich eine größere Werbewirksamkeit erzielt als irgend ein x-beliebiges Pro-Conti-Team und damit auch für Sponsoren natürlich interessanter ist als ein ganzes (2. Liga) Pro-Team. Muss man sich auch erstmal so klarmachen!

Auch Storys wie die thereabouts von den Morton-Brüdern oder aktuell die “Bikepacking”-Tour der Lotto-Soudal-Profis Thomas de Gendt & Tim Wellens, welche unter dem Hashtag #TheFinalBreakaway auf Instagram & Co. verfolgt werden kann, haben anscheinend für die meisten Hobbysportler einen größeren Identifikationscharakter als die Teilnahme an einer mehrtägigen oder gar -wöchigen Rundfahrt durch ein x-beliebiges Land auf der Welt. Ganz davon abgesehen, dass eine solche Art des “Reisens” auf den ersten Blick sehr gut unter dem Label der vermeintlichen Nachhaltigkeit verkauft werden kann (ob das dann wirklich so ist steht dann jedoch wieder auf einem anderen Blatt).

Krisenmanagement

Radsport ist ein historisch sehr tief verwurzelter Sport und die Klassiker & Grand-Tours sind aus dem Radsport definitiv nicht wegzudenken, dennoch gibt es immer wieder Bestrebungen den Profisport zu modernisieren & für Zuschauer interessanter zu gestalten als sechsstündige TV-Übertragungen in denen man manchmal mehr über die Geschichte & Landschaft lernt als Rennsport zu sehen bekommt.
Die UCI möchte mit verschiedenen Maßnahmen – z.B. weniger Fahrer pro Team in Rennen – den Radsport wieder interessanter gestalten. Rapha mit seinem Deal möchte den Profi-Radsport zur “Basis” zurückbringen. Der Gravel-Boom und die vielen Hipster-Radler in den Großstädten machen deutlich, dass das Rad & der Radsport immer mehr zum Lifestyle werden und das wird auch dementsprechend vermarktet. Journalisten sind gefühlt immer mehr auf der Suche nach einer Storys neben dem Sieg (wie die von Michael “Rusty” Woods Fehlgeburt) als das sie über den Ausgang des jeweiligen Rennens berichten.

Auch gibt es immer mehr Experimente mit “alternativen” Rennformaten wie beispielsweise den Hammer-Series Rennen, “Gravel”-Sektoren z.B. in Paris-Tours, Kopfsteinpflasterpassagen in Grand-Tours, kürzere Etappen etc.

Was bleibt ist Veränderung, was sich verändert, bleibt.

Michael Richter

Klar ist: der “traditionelle” Radsport ist selbst für viele Radsportler immer uninteressanter geworden. Um Zuschauer (zurück) zu gewinnen muss sich der Rennsport neu erfinden. Getreu dem Sprichwort “Was bleibt ist Veränderung, was sich verändert, bleibt” wird es spannend sein in welche Richtung der aktuelle “Wind of Change” den Profi-Radsport in den kommenden Jahren verändern wird. Wenn es nach Rapha-Chef Simon Mottram geht, wird es definitiv mehr in Richtung Persönlichkeiten und deren Storys gehen als darum möglichst viele Rennen zu gewinnen.

Quo vadis, Radsport?
Früher oder später werden wir das rausfinden… ich bin jedenfalls gespannt wo die Reise hingeht.