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13 Mai 2020 | Radszene, Rennen, Rennrad

Analyse: GCA Liga Runde 4

Runde 4

Am Samstag wurde auf ZWIFT bereits die vierte Runde der GCA Liga powered by Müller Logistik. Die GCA Liga ist quasi die virtuelle Bundesliga in Zeiten der Corona-Pandemie. Brot und Spiele für das Radsport-Volk! Nach der Bergankunft am Alpe du Zwift letzte Woche, war dieses Mal wieder ein flacher Kurs an der Reihe.

Wie bereits bei den letzten Malen möchte ich die Verfügbarkeit der Daten nutzen um das Teilnehmerfeld und die Rennen zu analysieren. Die Analysen aus den vorherigen Runden können hier nachgelesen werden (Runde 1, Runde 2, Runde 3).

Dabei sollen v.a. folgende Fragen beantwortet werden:

ZWIFT

Mittlerweile dürfte eigentlich fast jeder Radsportler schonmal mit ZWIFT in Berührung gekommen sein bzw. zumindest wissen um was es ungefähr geht. Dennoch eine kurze Erklärung vorab:

ZWIFT ist eine Online-Plattform bei der man zusammen mit anderen in einer virtuellen Welt radfahren kann. Man koppelt dazu seinen Powermeter/Smarttrainer mit ZWIFT und schon kanns losgehen. Bei ZWIFT kommt es - ähnlich wie beim "richtigen" Radsport - nicht nur auf die reine Leistung an. Wenn es darum geht wie schnell man mit seinem virtuellen Rad unterwegs ist dreht sich bei ZWIFT alles um die relative Leistung, also das Verhältnis aus Leistung zum Körpergewicht des Fahrers.

Wie im realen Radsport kann man auch bei ZWIFT Windschatten fahren und damit wertvolle Körner sparen. Zusätzlich - und hier kommt dann die "Gamification" ins Spiel - gibt es aber auch verschiedene Power-Ups, mit denen man sich für kurze Zeit einen Vorteil verschaffen kann. Eines dieser Power-Ups ist beispielsweise der "Aero-Boost", welcher einen für eine kurze Zeit aerodynamischer macht. Eine vollständige Liste der Power-Ups mit Beschreibung findet man bei ZWIFTInsider. Taktik und das geschickte Nutzen der Power-Ups spielt also - neben der eigenen Leistungsfähigkeit - ebenfalls eine Rolle bei ZWIFT-Rennen.

Der Kurs

Nachdem die Fahrer im letzten Rennen eine Bergankunft am Alpe du Zwift hatten, war diese Woche wieder eine Ausgabe für die Sprinter fällig. Das vierte Rennen der GCA Liga wurde auf dem Kurs "Tick Tock" auf Watopia ausgetragen.

Ticktock

Tick Tock hat eine Länge von 16,9 km auf denen lediglich 45 hm überwunden werden müssen. Das Rennen der GCA Liga ging über drei Runden auf dem Kurs und damit 53 km mit knapp 150 hm. Wie gemacht also für eine Sprintentscheidung.

Das Starterfeld der GCA Bundesliga

Insgesamt standen in dieser Ausgabe etwas weniger Fahrerinnen und Fahrer am Start als bei den bisherigen Rennen. Dennoch reihten sich über 300 Rennfahrer an der virtuellen Startlinie auf. 205 Männer und 62 Frauen haben laut Ergebnisliste auf Zwiftpower das Ziel erreicht. Damit man einen besseren Eindruck des Starterfeldes erhält habe ich die Daten bereinigt und z.B. Sportler ohne Größenangabe oder Alter aus der deskriptiven Statistik ausgeschlossen. Damit blieben für die Anthropologie 147 Männer und 48 Frauen übrig.

Der durchschnittliche männliche Starter in Runde vier war 27 Jahre alt, wiegt ca. 70 kg und ist etwa 181 cm groß. Auch diesmal gab es wieder eine große Altersspanne von 12 bis 60 Jahren. Damit war die Altersdifferenz diesmal sogar noch größer als beim letzten Mal!

n = 147 Gewicht Größe Alter
Mittelwert 70.1 181.6 27.1
Std. Abw. 8.1 6.9 9.1
Minimum 44.0 155.0 12.0
Median 70.0 183.0 25.0
Maxium 90.0 198.0 60.0

Anthropologische Daten des Männer-Starterfelds

Die durchschnittliche Starterin in der vierten Runde der GCA Bundesliga war - wie bei den Männern - 27 Jahre alt, wiegt etwa 59 kg und ist ca. 169 cm groß.

n = 48 Gewicht Größe Alter
Mittelwert 58.8 168.2 27.0
Std. Abw. 5.5 5.3 7.6
Minimum 48.0 157.0 15.0
Median 58.5 168.5 26.0
Maximum 72.0 181.0 47.0

Anthropologische Daten des Frauen-Starterfelds

Bei den Männern sieht man deutlich, dass die zweite "Spitze" die man sonst bei den ca. 30-Jährigen gesehen hat diesmal nicht vorhanden ist. Der Anteil an Sportlern um die 20 Jahre war diesmal größer als bei den letzten Rennen. Bei den Frauen sehen wir ein ähnliches Bild wie bereits in den Rennen zuvor.

Beim Gewicht kann man keinen großen Unterschied zu den letzten Ausgaben feststellen, weswegen ich hier auch nicht näher darauf eingehen möchte.

Auch in der vierten Runde der GCA Liga war die Anthropologie des Teilnehmerfelds ähnlich wie bereits in den vorangegangenen Austragungen. Letzte Woche sahen wir jedoch eine deutlich andere Leistungsfähigkeit (in der Spitze) des Teilnehmerfeldes. Also, welche Leistungsfähigkeit haben die Fahrerinnen und Fahrer diese Woche auf den Smarttrainer gebracht?

Die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer

Der durchschnittliche männliche Sportler fuhr über die Renndauer von etwa einer Stunde im Schnitt mit 298 W. Die Normalized Power lag bei 306 W. Das entspricht einer durchschnittlichen relativen Leistung von 4,3 W/kg. Das Maximum lag bei knapp 384 W bzw. 5,2 W/kg im Durchschnitt - bisher der niedrigste Wert in der Rennserie. Die durchschnittliche Leistung über fünf Minuten betrug 356 W, mit einem Maximum von 499 W.

Vergleicht man die Leistung mit den Leistungen aus den vorherigen Runden, dann fallen keine großen Unterschiede auf. In Runde vier war die Differenz zwischen durchschnittlicher Leistung und Normalized Power wieder etwas größer, was für einen taktischeren Rennverlauf spricht.

Die durchschnittliche, berechnete VO2max der Männer beträgt genau wie beim letzten Mal 61,9 ml/min/kg. Die VO2max wurde auch diesmal berechnet anhand der Formel des American College of Sports Medicine und der maximalen Leistung über fünf Minuten. Spitzenwerte lagen diesmal bei knapp 75 ml/min/kg. Wobei man die VO2max-Werte mit Vorsicht genießen muss. Die Formel des ACSM kann die VO2max gut annähern, wenn ein All-Out-Test über fünf Minuten vorliegt. Bei ZWIFT-Rennen wird in der Regel sehr hart gestartet, was für einige Sportler bereits "All-Out" bedeutet. Andere wiederrum pacen sich mehr und gehen nicht bzw. müssen evtl. auch nicht an ihr Maximum gehen. Die berechneten VO2max-Werte sind daher vermutlich etwas niedriger als die reale Ausprägung - dennoch geben die berechneten Werte eine Größenordnung an und helfen die Leistungsfähigkeit der Fahrer einschätzen zu können.

n = 194 Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
Mittelwert 298.7 171.2 4.3 306.3 319.5 356.2 61.9
Std. Abw. 41.3 10.2 0.5 41.1 41.1 43.2 5.3
Minimum 145.0 136.0 2.7 157.0 155.0 194.0 39.3
Median 300.0 172.0 4.3 307.5 326.0 358.5 62.6
Maximum 384.0 198.0 5.2 410.0 402.0 499.0 74.7

Leistungswerte der Männer (* da für eine korrekte Berechnung ein All-Out-Wert benötigt wird, sind die hier angegebenen individuellen Werte vermutlich etwas niedriger als man sie im Labor messen würde)

Die durchschnittliche Sportlerin fuhr über die Renndauer von etwas mehr als einer Stunde im Schnitt 211 W bzw. erreichte eine Normalized Power von 215 W. Das entspricht einer durchschnittlichen relativen Leistung von 3,6 W/kg. Bei den Frauen war die Differenz zwischen durchschnittlicher Leistung und Normalized Power sehr gering, was zeigt, dass im Rennen eine konstant hohe Belastung ohne viele Leistungsspitzen herrschte. Die durchschnittliche Leistung über fünf Minuten betrug 251,8 W. Die durchschnittliche, berechnete VO2max der Frauen beträgt 53,2 ml/min/kg. Die VO2max ist hier ebenfalls anhand der Formel des American College of Sports Medicine und der maximalen Leistung über fünf Minuten berechnet. Spitzenwerte lagen bei unglaublichen 72,9 ml/min/kg. Das ist wirklich absolute weltklasse - auch wenn hier natürlich die gleichen Limitationen gelten wie bei den Männern.

n = 61 Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
Mittelwert 210.9 174.2 3.6 215.6 227.3 251.8 53.2
Std. Abw. 29.4 9.5 0.5 29.7 30.3 30.5 5.4
Minimum 151.0 152.0 2.7 153.0 167.0 184.0 40.5
Median 206.0 173.0 3.5 212.0 229.0 252.0 54.1
Maximum 280.0 197.0 4.7 283.0 312.0 360.0 72.9

Leistungswerte der Frauen (* da für eine korrekte Berechnung ein All-Out-Wert benötigt wird, sind die hier angegebenen individuellen Werte vermutlich etwas niedriger als man sie im Labor messen würde)

Die relative Leistung im Rennen war auch dieses Mal annähernd normalverteilt, mit einem flacheren Verlauf in der Spitze bei den Männern. Das Feld der Frauen war im Bezug auf die relative Leistung etwas homogener als das der Männer.

Wie bereits bei den vorigen Rennen zeigt sich bei der absoluten Leistung, dass die Frauen in dieser Beziehung ein homogeneres Feld sind als die Männer. Diesmal wurde dieser Unterschied nochmals deutlich klarer als in den Austragungen zuvor.

Leistungsverteilung im Frauen- und Männerfeld.

Deutlich unterschiedlich ist dieses mal die Betrachtung des Zeit-Histogramms. Die Männer waren insgesamt (nicht überraschend) schneller als die Frauen, aber deutlich homogener was die absolute Zeit betrifft. Sowohl Männer als auch Frauen kamen im wesentlichen in drei großen Gruppen ins Ziel - mit dem Unterschied, dass die Gruppen der Frauen größere Abstände untereinander aufwiesen.

Besonders schön kann man diese Tatsache auch in dieser interaktiven Grafik sehen:

Um das Rennen im Männerfeld unter den Top50 zu beenden musste man wie bereits in den letzten Rennen etwa 4,8 W/kg auf die Pedale bringen. Bei den Damen reichten dazu etwas mehr als 3 W/kg. Vergleicht man den folgenden Plot mit dem aus dem letzten Rennen, sieht man hier nochmal schön, dass die relative Leistung auf einem flachen Kurs einen geringeren Einfluss hat als am Berg.

Schaut man sich auch nochmal das Gewicht im Verhältnis zur Platzierung an, erkennt man - wie bereits im ebenfalls flachen ersten Rennen der GCA Liga - dass das Gewicht in flachen ZWIFT-Rennen keine große Rolle spielt. Auch hier erkennt man nochmal sehr schön die drei großen Gruppen im Frauen- und Männerrennen.

Sowohl das Männer, als auch das Frauenfeld boten wieder ein starkes sportliches Niveau. Doch welches Niveau musste man diesmal mitbringen um Chancen auf den Sieg zu haben? Dazu habe ich mir die Anthropologie und die Leistungsdaten der Top 10 nochmal genauer angeschaut.

Bei der Anthropologie zeigen sich diesmal deutlichere Unterschiede zum gesamten Feld. Die Top 10 war im Schnitt etwa 2 kg schwerer und jünger als der durchschnittliche Starter.

Top10 Männer Gewicht Größe Alter
Mittelwert 73.1 181.7 24.9
Std. Abw. 5.6 7.3 4.2
Minimum 61.0 168.0 21.0
Median 73.0 181.5 24.0
Maximum 80.0 191.0 34.0

Anthropologie der Top10 der Männer

Auch bei der Leistungsfähigkeit zeigen sich sehr deutliche Unterschiede: die durchschnittliche Leistung lag ca. 45 W höher als im Schnitt. Die relative Leistung liegt entsprechend bei 4,7 W/kg und die NP bei 353 W. Damit liegen die Werte der Top10 zwar höher als die durchschnittlichen Werte, aber deutlich niedriger als im letzten Rennen, wo die durchschnittliche relative Leistung bei 5,6 W/kg lag.

Top10 Männer Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
Mittelwert 344.5 171.3 4.7 353.0 357.1 403.8 66.6
Std. Abw. 17.8 8.4 0.2 18.9 21.2 25.3 1.9
Minimum 309.0 163.0 4.4 315.0 315.0 354.0 62.4
Median 349.0 168.0 4.7 357.0 360.5 405.5 66.8
Maximum 368.0 188.0 5.1 378.0 383.0 436.0 69.7

Leistungsfähigkeit der Top 10 der Männer

Nun zu den Frauen: anders als bei den Männern gab es bei der Anthropologie der Top10 keine nennenswerten Unterschiede zum Rest der Teilnehmerinnen. Die durchschnittlichen anthropologischen Daten der Top10 entsprechen in etwa der des gesamten Feldes.

Top10 Frauen Gewicht Größe Alter
Mittelwert 58.1 166.5 27.2
Std. Abw. 5.5 6.0 4.8
Minimum 50.2 158.0 21.0
Median 57.2 168.0 27.5
Maximum 66.4 173.0 33.0

Anthropologie der Top 10 der Frauen

Wie bereits bei den Männern unterscheiden sich die Top 10 der Frauen leistungstechnisch vom Rest des Feldes in der durchschnittlichen Leistung (+ 30 W), damit auch in der relativen Leistung (+ 0,6 W/kg), der NP (+ 35 W) und der VO2max (+ 6 ml/min/kg). Bemerkenswert auch hier nochmal, dass die berechnete VO2max der Frauen-Top10 nur 5ml/min/kg unter dem durchschnitt der Männer lag und die maximale VO2max sogar nur 1,8 ml/min/kg weniger als bei den Männern.

Top10 Frauen Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
Mittelwert 243.7 171.7 4.2 249.3 258.9 279.4 59.0
Std. Abw. 18.0 7.9 0.3 20.3 25.3 34.0 5.4
Minimum 220.0 159.0 4.0 225.0 230.0 251.0 54.8
Median 238.0 172.0 4.1 243.0 253.0 272.0 56.7
Maximum 269.0 185.0 4.7 283.0 312.0 360.0 72.9

Leistungsfähigkeit Top 10 der Frauen

Zusammenfassung

Beim vierten Rennen der GCA Liga waren bisher die wenigsten Teilnehmer am Start - ob das an den Lockerungen der Corona-Beschränkungen und dem guten Wetter lag oder ob schlicht das Interesse nachlässt, lässt sich natürlich hier nicht beantworten. Dennoch standen über 300 Teilnehmer am Start, womit man durchaus behaupten kann, dass die GCA Liga weiterhin positiv angenommen wird.

Anzahl Finisher nach Ergebnisliste von Zwiftpower

Die durchschnittliche Leistungsfähigkeit des Feldes unterschied sich nicht wesentlich von der Leistungsfähigkeit der ersten drei Runden. Die vierte Runde war in der Spitze jedoch leistungstechnisch schlechter als in der dritten Runde. Das mag am Streckenprofil und damit am Rennverlauf gelegen haben, aber auch z.B. am Teilnehmerfeld. Der Sieger des letzten Rennens, Jason Osborne, war diesmal leider nicht mehr am Start.

Wie immer müssen viele Punkte als gegeben hingenommen werden. Die Ergebnisse sind natürlich stark davon abhängig, ob die Fahrer mit ihrem Gewicht ehrlich sind. Weiterhin spielen technische Details wie z.B. der generellen Genauigkeit des Powermeters/Smarttrainers eine Rolle. Die Genauigkeit wird bei den meisten Geräten in einer Range von +- 1,5 - 2 % angegeben. Bei 300 W durchschnittlicher Leistung können das maximale Differenzen von 12 W sein! Bei einem leichten Fahrer mit 65 kg oder weniger ist das bereits eine beachtliche Differenz. Weiterhin spielen aber auch ganz profane Dingen wie die Kalibrierung dieser Geräte in die Genauigkeit der Daten mit rein. Trotz aller Limitationen bieten die Daten eine einzigartige Möglichkeit eine gute Vorstellungen von den erbrachten Leistungen zu erhalten. Vergleichbare Daten kennen wir sonst nur aus dem Profi-Sport von z.B. velon, welche aber natürlich ihre Daten nicht in dieser Breite veröffentlichen.

Das fünfte und letzte Rennen findet am kommenden Samstag, dem 13.5.20 statt und wird ab 16:30 Uhr wieder auf YouTube gestreamt und von Bastian Marks und Rick Zabel kommentiert.

Analyse Bundesliga eCycling Rennen Rennrad


05 Mai 2020 | Radszene, Rennen, Rennrad

Analyse: GCA Liga Runde 3

Runde 3

Am Samstag wurde auf ZWIFT bereits die dritte Runde der GCA Liga powered by Müller Logistik ausgetragen und als hätte man mich erhört, wurde es diesmal bergig! Die GCA Liga ist quasi die virtuelle Bundesliga in Zeiten der Corona-Pandemie. Brot und Spiele für das Radsport-Volk! An diesem Samstag waren über 400 Teilnehmer am Start des virtuellen Rennens.

Wie bereits bei den letzten Malen möchte ich die Verfügbarkeit der Daten nutzen um das Teilnehmerfeld und die Rennen zu analysieren. Die Analysen aus den vorherigen Runden können hier nachgelesen werden (Runde 1, Runde 2).

Dabei sollen v.a. folgende Fragen beantwortet werden:

Wie auch bei den letzten Malen wird das hier zwangsläufig wieder ein längerer Artikel mit vielen Tabellen und Grafiken. Daher ist der Artikel in mehrere Seiten aufgeteilt. Jeweils am Ende einer Seite kann man eine neue Seite auswählen.

ZWIFT

Mittlerweile dürfte eigentlich fast jeder Radsportler schonmal mit ZWIFT in Berührung gekommen sein bzw. zumindest wissen um was es ungefähr geht. Dennoch eine kurze Erklärung vorab:

ZWIFT ist eine Online-Plattform bei der man zusammen mit anderen in einer virtuellen Welt radfahren kann. Man koppelt dazu seinen Powermeter/Smarttrainer mit ZWIFT und schon kanns losgehen. Bei ZWIFT kommt es - ähnlich wie beim "richtigen" Radsport - nicht nur auf die reine Leistung an. Wenn es darum geht wie schnell man mit seinem virtuellen Rad unterwegs ist dreht sich bei ZWIFT alles um die relative Leistung, also das Verhältnis aus Leistung zum Körpergewicht des Fahrers.

Wie im realen Radsport kann man auch bei ZWIFT Windschatten fahren und damit wertvolle Körner sparen. Zusätzlich - und hier kommt dann die "Gamification" ins Spiel - gibt es aber auch verschiedene Power-Ups, mit denen man sich für kurze Zeit einen Vorteil verschaffen kann. Eines dieser Power-Ups ist beispielsweise der "Aero-Boost", welcher einen für eine kurze Zeit aerodynamischer macht. Eine vollständige Liste der Power-Ups mit Beschreibung findet man bei ZWIFTInsider. Taktik und das geschickte Nutzen der Power-Ups spielt also - neben der eigenen Leistungsfähigkeit - ebenfalls eine Rolle bei ZWIFT-Rennen.

Der Kurs

Endlich - aus Zuschauersicht - Bergankunft! Das dritte Rennen der GCA Liga wurde auf der Strecke "Tour of Fire and Ice" auf der virtuellen Insel Watopia ausgefahren. Die Strecke ist mit kurzer Anfahrt 28 km lang und es müssen 1162 hm auf den "Alpe du Zwift" - ein Nachbau des Legendären Alpe d'Huez - überwunden werden.

Tour of Fire & Ice

Im realen Radsport wäre das eine Etappe die natürlich wie gemacht wäre für die Bergspezialisten. Ob das auf ZWIFT auch der Fall ist, schlüssele ich euch auf den nächsten Seiten auf.

Das Starterfeld der GCA Bundesliga

Insgesamt standen wieder über 400 Männer und 90 Frauen an der virtuellen Startlinie. 270 Männer und 70 Frauen haben laut Ergebnisliste auf Zwiftpower das Ziel erreicht. Damit man einen besseren Eindruck des Starterfeldes erhält habe ich die Daten bereinigt und z.B. Sportler ohne Größenangabe oder Alter aus der deskriptiven Statistik ausgeschlossen. Damit blieben für die Anthropologie 204 Männer und 45 Frauen übrig.

Der durchschnittliche männliche Starter in Runde drei war 27 Jahre alt, wiegt - genau wie beim letzten Mal - 69,7 kg und ist 181,2 cm groß. Auch diesmal gab es wieder eine große Altersspanne von 14 bis 61 Jahren. Das sind unglaubliche 47 Jahre Altersdifferenz! Definitiv ein Alleinstellungsmerkmal für virtuelle Rennen.

n = 204 Gewicht Größe Alter
Mittelwert 69.7 181.2 27.0
Std. Abw. 8.1 7.0 9.4
Minimum 48.0 158.0 14.0
Median 70.0 182.0 25.0
Maximum 90.0 198.0 61.0

Anthropologische Daten des Männer-Starterfelds

Die durchschnittliche Starterin in der dritten Runde der GCA Bundesliga war 27 Jahre alt, wiegt 59,1 kg und ist 169 cm groß. Im dritten Rennen der GCA Liga war die Differenz zwischen jüngster und ältester Teilnehmerin wieder deutlich größer, wenn auch nicht so groß wie im Feld der Männer.

n = 45 Gewicht Größe Alter
Mittelwert 59.1 169.0 27.0
Std. Abw. 5.4 4.9 7.5
Minimum 48.0 157.0 14.0
Median 60.0 170.0 26.0
Maximum 72.0 181.0 47.0

Anthropologische Daten des Frauen-Starterfelds

Schaut man sich die Altersverteilung im Plot an, so sieht man, dass das Alter auch diesmal differenzierter war als noch in Runde eins. Sowohl bei den Frauen, als auch bei den Männern waren vor allem Fahrerinnen und Fahrern von etwa 20 Jahren sehr stark verteten - was natürlich auch an den Juniorinnen und Junioren liegt, die hier im Feld gemeinsam mit der "Elite" starten.

Beim Gewicht sehen wir wieder eine Kurve, welche in die Richtung einer Normalverteilung geht. Wie bereits bei den letzten Austragungen unterscheiden sich Männer und Frauen - erwartungsgemäß - beim Gewicht. Bei den Frauen erkennt man zwei Spitzen, einmal um 55 kg und einmal bei knapp über 60 kg.

Auch in der dritte Runde der GCA Liga unterschieden sich die Teilnehmer nicht wesentlich in der Anthropologie im Vergleich zu den vorherigen Runden. Doch das muss noch nichts für die Leistungsfähigkeit heißen. Also, wie sieht es bei der Leistungsfähigkeit aus?

Die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer

Der durchschnittliche männliche Sportler fuhr über die Renndauer von etwa einer Stunde im Schnitt mit 305 W bzw. einer Normalized Power von 309 W. Das entspricht einer durchschnittlichen relativen Leistung von 4,4 W/kg. Das Maximum lag bei knapp 414 W bzw. 5,9 W/kg im Durchschnitt. Die durchschnittliche Leistung über fünf Minuten betrug 353 W, mit einem Maximum von 460 W.

Vergleicht man die Leistung mit den Leistungen aus den vorherigen Runden, dann fallen keine großen Unterschiede auf. In Runde drei war die Differenz zwischen durchschnittlicher Leistung und Normalized Power allerdings wie in Runde 1 sehr gering, das dafür spricht, dass es keine taktischen Spielereien gab, sondern jeder "einfach" seine maximale Leistungsfähigkeit auf den Smarttrainer gebracht hat.

Die durchschnittliche, berechnete VO2max der Männer beträgt 61,9 ml/min/kg. Die VO2max wurde auch diesmal berechnet anhand der Formel des American College of Sports Medicine und der maximalen Leistung über fünf Minuten. Spitzenwerte lagen diesmal bei 77 ml/min/kg. Wobei man die VO2max-Werte mit Vorsicht genießen muss. Die Formel des ACSM kann die VO2max gut annähern, wenn ein All-Out-Test über fünf Minuten vorliegt. Bei ZWIFT-Rennen wird in der Regel sehr hart gestartet, was für einige Sportler bereits "All-Out" bedeutet. Andere wiederrum pacen sich mehr und gehen nicht bzw. müssen evtl. auch nicht an ihr Maximum gehen. Die berechneten VO2max-Werte sind daher vermutlich etwas niedriger als die reale Ausprägung - dennoch geben die berechneten Werte eine Größenordnung an und helfen die Leistungsfähigkeit der Fahrer einschätzen zu können.

n = 247 Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
Mittelwert 304.7 174.8 4.4 309.0 321.2 352.8 61.9
Std. Abw. 43.1 9.9 0.6 42.5 42.5 43.8 5.7
Minimum 180.0 139.0 2.8 186.0 195.0 211.0 42.2
Median 305.0 176.0 4.4 308.0 320.0 353.0 62.6
Maximum 414.0 198.0 5.9 423.0 454.0 460.0 77.0

Leistungswerte der Männer (* da für eine korrekte Berechnung ein All-Out-Wert benötigt wird, sind die hier angegebenen individuellen Werte vermutlich etwas niedriger als man sie im Labor messen würde)

Die durchschnittliche Sportlerin fuhr über die Renndauer von etwas mehr als einer Stunde im Schnitt 214 W bzw. erreichte eine Normalized Power von 217 W. Das entspricht einer durchschnittlichen relativen Leistung von 3,6 W/kg. Auch bei den Frauen war die Differenz zwischen durchschnittlicher Leistung und Normalized Power sehr gering, was zeigt, dass im Rennen eine konstant hohe Belastung ohne viele Leistungsspitzen herrschte. Die durchschnittliche Leistung über fünf Minuten betrug 247,8 W. Die durchschnittliche, berechnete VO2max der Frauen beträgt 51,9 ml/min/kg. Die VO2max ist hier ebenfalls anhand der Formel des American College of Sports Medicine und der maximalen Leistung über fünf Minuten berechnet. Spitzenwerte lagen bei 63 ml/min/kg. Auch hier gelten natürlich die gleichen Limitierungen wie bei den Männern.

n = 64 Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
Mittelwert 214.0 174.1 3.6 217.2 228.5 247.8 51.9
Std. Abw. 31.7 11.0 0.6 31.2 29.4 30.3 5.6
Minimum 125.0 127.0 2.2 135.0 163.0 185.0 38.4
Median 217.0 174.0 3.6 221.5 231.0 248.5 50.8
Maximum 280.0 198.0 4.7 283.0 295.0 307.0 63.2

Leistungswerte der Frauen (* da für eine korrekte Berechnung ein All-Out-Wert benötigt wird, sind die hier angegebenen individuellen Werte vermutlich etwas niedriger als man sie im Labor messen würde)

Die relative Leistung im Rennen war auch dieses Mal annähernd normalverteilt, mit einem flacheren Verlauf in der Spitze bei den Frauen. Das Feld der Männer war im Bezug auf die relative Leistung etwas homogener als das der Frauen.

Wie bereits bei den vorigen Rennen zeigt sich bei der absoluten Leistung, dass die Frauen in dieser Beziehung ein homogeneres Feld sind als die Männer. Der Unterschied lässt sich allerdings - wie bereits bei den beiden vorangegangenen Rennen - mit der größeren Gewichtsdifferenz bei den Männern erklären.

Leistungsverteilung im Frauen- und Männerfeld.

Bei der Betrachtung der benötigten Zeit zeigt sich, dass das Männer-Peloton homogener und damit kompetitiver war als das Frauenfeld. Die höhere Spitze der Kurve zeigt, dass der Großteil des Feldes innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes ins Ziel kommt.

Im Unterschied zu den ersten beiden Runden sieht man im Plot der Zeit in Abhängigkeit zur Platzierung sehr schön, dass diesmal keine großen Gruppen gleichzeitig ins Ziel gefahren sind, sondern die Fahrer wie an einer Perlenschnur aufgereiht das Ziel erreichen.

Um das Rennen im Männerfeld unter den Top50 zu beenden musste man am Alpe du Zwift min. 4,9 W/kg auf die Pedale bringen. Bei den Damen mussten dazu etwa 3,4 W/kg aufgebracht werden. In dem Plot zeigt sich schon deutlich, dass die relative Leistung ein größerer Einflussfaktor war als bei den beiden ersten Rennen.

Durch die relative Leistung konnten am Alpe du Zwift jeweils 96 % der Zeit bzw. der Platzierung erklärt werden. Lediglich 4 % gingen auf andere Faktoren (Windschatten, Start, Power Ups, Taktik etc.) zurück. Damit zeigt sich deutlich - wie im realen Radsport auch - dass "am Berg" W/kg die Messlatte ist!

Schaut man sich dennoch auch die Leistung im Vergleich zur Platzierung an, erkennt man da zwar noch einen leichten Trend, aber letztlich keine gute Korrelation mehr zwischen absolut erbrachter Leistung und der Platzierung im Rennen.

Schaut man sich auch nochmal das Gewicht im Verhältnis zur Platzierung an, sieht man, dass ein niedriges Gewicht alleine noch keinen Bergfahrer ausmacht. Um vorne zu landen muss man auch die entsprechende Leistungsfähigkeit mitbringen.

Sowohl das Männer, als auch das Frauenfeld boten wieder ein starkes sportliches Niveau. Doch welches Niveau musste man diesmal mitbringen um Chancen auf den Sieg zu haben? Dazu habe ich mir die Anthropologie und die Leistungsdaten der Top 10 nochmal genauer angeschaut.

Bei der Anthropologie zeigen sich diesmal deutlichere Unterschiede zum gesamten Feld. Die Top 10 war leichter und jünger als der durchschnittliche Starter. Der schwerste Fahrer in der Top10 wog lediglich 75 kg bei 193 cm Körpergröße.

Top10 Männer Gewicht Größe Alter
Mittelwert 65.5 181.1 23.9
Std. Abw. 6.9 9.8 2.5
Minimum 52.0 165.0 21.0
Median 67.0 181.5 24.0
Maximum 75.0 193.0 27.0

Anthropologie der Top10 der Männer

Auch bei der Leistungsfähigkeit zeigen sich sehr deutliche Unterschiede: die durchschnittliche Leistung lag ca. 60 W höher als im Schnitt. Die relative Leistung liegt entsprechend bei 5,6 W/kg und die NP bei 369 W. Um die Top10 zu knacken benötigte man eine minimale VO2max von 70 ml/min/kg mit einem Spitzenwert von 77 ml/min/kg (bei allen Limitationen).

Top10 Männer Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
Mittelwert 365.3 176.5 5.6 369.0 381.4 399.6 73.0
Std. Abw. 36.5 6.2 0.2 37.4 42.7 40.9 2.8
Minimum 297.0 168.0 5.3 301.0 310.0 332.0 68.6
Median 368.0 175.0 5.6 370.0 380.5 398.0 72.6
Maximum 414.0 187.0 5.9 423.0 454.0 460.0 77.0

Leistungsfähigkeit der Top 10 der Männer

Nun zu den Frauen: anders als bei den Männern gab es bei der Anthropologie der Top10 keine nennenswerten Unterschiede zum Rest der Teilnehmerinnen. Auffallend ist lediglich das etwas höhere Durchschnittsalter der Top10. Bemerkenswert ist auch, dass die älteste Teilnehmerin (47 Jahre) es unter die Top10 geschafft hat.

Top10 Frauen Gewicht Größe Alter
Mittelwert 58.3 167.8 30.3
Std. Abw. 5.1 5.0 7.7
Minimum 52.7 158.0 20.0
Median 55.8 168.0 31.0
Maximum 66.6 173.0 47.0

Anthropologie der Top 10 der Frauen

Wie bereits bei den Männern unterscheiden sich die Top 10 der Frauen leistungstechnisch vom Rest des Feldes in der durchschnittlichen Leistung (+ 40 W), damit auch in der relativen Leistung (+ 0,8 W/kg), der NP (+ 41 W) und der VO2max (+ 8 ml/min/kg). Damit erreichten auch die Top10 der Frauen diesmal deutlich höhere Werte als der Rest des Feldes.

Top10 Frauen Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
Mittelwert 255.4 175.0 4.4 258.3 265.9 281.1 59.2
Std. Abw. 17.9 6.8 0.2 18.5 20.3 21.0 2.6
Minimum 232.0 163.0 4.1 235.0 241.0 255.0 55.8
Median 253.5 176.0 4.4 257.5 267.5 278.5 59.0
Maximum 280.0 188.0 4.7 283.0 295.0 307.0 63.2

Leistungsfähigkeit Top 10 der Frauen

Zusammenfassung

Die Rennen der GCA Liga powered by Müller Logistik werden weiterhin sehr gut angenommen - das beweisen die ansteigenden Teilnehmerzahlen. Laut Angabe des BDR waren knapp 500 Fahrerinnen und Fahrer gemeldet. Ins Ziel kamen knapp 350 Fahrerinnen und Fahrer.

Anzahl Finisher nach Ergebnisliste von Zwiftpower

Die durchschnittliche Leistungsfähigkeit des Feldes unterschied sich nicht wesentlich von der Leistungsfähigkeit in den ersten beiden Runden. Es zeigte sich dennoch, dass diesmal in der Spitze eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit nötig war als in den ersten Ausgaben der GCA Liga. Das lag bei den Männern v.a. auch daran, dass Bike AID diesmal mit einer kompletten Mannschaft am Start stand um Lucas Carstensen zu unterstützen, aber auch an Fahrern wie Jason Osborne und Ben Zwiehoff, die letztlich auch das Rennen unter sich ausmachten.

Wie immer müssen viele Punkte als gegeben hingenommen werden. Die Ergebnisse sind natürlich stark davon abhängig, ob die Fahrer mit ihrem Gewicht ehrlich sind. Weiterhin spielen technische Details wie z.B. der generellen Genauigkeit des Powermeters/Smarttrainers eine Rolle. Die Genauigkeit wird bei den meisten Geräten in einer Range von +- 1,5 - 2 % angegeben. Bei 300 W durchschnittlicher Leistung können das maximale Differenzen von 12 W sein! Bei einem leichten Fahrer mit 65 kg oder weniger ist das bereits eine beachtliche Differenz. Weiterhin spielen aber auch ganz profane Dingen wie die Kalibrierung dieser Geräte in die Genauigkeit der Daten mit rein. Trotz aller Limitationen bieten die Daten eine einzigartige Möglichkeit eine gute Vorstellungen von den erbrachten Leistungen zu erhalten. Vergleichbare Daten kennen wir sonst nur aus dem Profi-Sport von z.B. velon, welche aber natürlich ihre Daten nicht in dieser Breite veröffentlichen.

Das vierte Rennen findet am kommenden Samstag, dem 9.5.20 statt und wird ab 16:30 Uhr wieder auf YouTube gestreamt und von Bastian Marks und Rick Zabel kommentiert.

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27 Apr 2020 | Radszene, Rennen, Rennrad

Analyse: GCA Liga Runde 2

GCA Liga Runde 2

Am Samstag wurde auf ZWIFT die zweite Runde der GCA Liga powered by Müller Logistik ausgetragen. Die GCA Liga ist quasi die virtuelle Bundesliga in Zeiten der Corona-Pandemie. Brot und Spiele für das Radsport-Volk! Auch dieses Mal waren über 300 Teilnehmer am Start des virtuellen Rennens. Das Angebot des BDR wird weiterhin gut angenommen. Für die zweite Runde der GCA Liga lief auch die Übertragung auf YouTube perfekt. Dieses Mal gab es eine entscheidende Neuerung: das Frauen- und Männerrennen wurde mit einem zeitlichen Abstand von fünf Minuten gestartet, damit die Frauen ihr eigenes Rennen erhalten. Eine sehr gute Änderung die es erlaubte das Frauenrennen besser zu verfolgen. Beide Rennen waren spannend bis zum Schluss und wurden jeweils in einem Zielsprint entschieden.

Wie bereits beim letzten Mal möchte ich die Verfügbarkeit der Daten nutzen um das Teilnehmerfeld und die Rennen zu analysieren.

Dabei sollen v.a. folgende Fragen beantwortet werden:

ZWIFT

Mittlerweile dürfte eigentlich fast jeder Radsportler schonmal mit ZWIFT in Berührung gekommen sein bzw. zumindest wissen um was es ungefähr geht. Dennoch eine kurze Erklärung vorab:

ZWIFT ist eine Online-Plattform bei der man zusammen mit anderen in einer virtuellen Welt radfahren kann. Man koppelt dazu seinen Powermeter/Smarttrainer mit ZWIFT und schon kanns losgehen. Bei ZWIFT kommt es - ähnlich wie beim "richtigen" Radsport - nicht nur auf die reine Leistung an. Wenn es darum geht wie schnell man mit seinem virtuellen Rad unterwegs ist dreht sich bei ZWIFT alles um die relative Leistung, also das Verhältnis aus Leistung zum Körpergewicht des Fahrers.

Wie im realen Radsport kann man auch bei ZWIFT Windschatten fahren und damit wertvolle Körner sparen. Zusätzlich - und hier kommt dann die "Gamification" ins Spiel - gibt es aber auch verschiedene Power-Ups, mit denen man sich für kurze Zeit einen Vorteil verschaffen kann. Eines dieser Power-Ups ist beispielsweise der "Aero-Boost", welcher einen für eine kurze Zeit aerodynamischer macht. Eine vollständige Liste der Power-Ups mit Beschreibung findet man bei ZWIFTInsider. Taktik und das geschickte Nutzen der Power-Ups spielt also - neben der eigenen Leistungsfähigkeit - ebenfalls eine Rolle bei ZWIFT-Rennen.

Der Kurs

Das zweite Rennen der GCA Liga wurde auf dem "Innsbruckring" im virtuellen Innsbruck ausgefahren. Die Runde ist 8,8 km lang und es müssen 72 hm überwunden werden. Der einzige Anstieg auf der Strecke ist der "Leg Snapper" mit 450 m Länge und einer durchschnittlichen Steigung von 8 %.

Im zweiten Rennen der GCA Liga wurde diese Runde (inkl. kleiner Anfahrt) fünf Mal gefahren, so dass man auf 44 km mit 360 hm kommt.

Innsbruckring

Obwohl die Strecke eine ähnliche Distanz und Höhendifferenz aufwies als in der ersten Runde der GCA Liga, zeigt sich bereits in Runde 1 des Rennens, dass die Selektion am "Leg Snapper" geschehen würde. Sowohl im Frauen- als auch im Männerrennen trennte sich dort die Spreu vom Weizen.

Das Starterfeld der GCA Bundesliga

Insgesamt standen laut Angabe des BDR auf rad-net über 400 Männer und 90 Frauen an der virtuellen Startlinie. 234 Männer und 59 Frauen haben laut Ergebnisliste auf Zwiftpower das Ziel erreicht. Damit man einen besseren Eindruck des Starterfeldes erhält habe ich die Daten bereinigt und z.B. Sportler ohne Größenangabe oder Alter aus der deskriptiven Statistik ausgeschlossen. Damit blieben für die Anthropologie 170 Männer und 42 Frauen übrig.

Der durchschnittliche männliche Starter in Runde zwei war 26,4 Jahre alt, wiegt 69,7 kg und ist 181,5 cm groß. Auch diesmal gab es wieder eine große Altersspanne von 15 bis 60 Jahren.

n = 170 Gewicht Größe Alter
Mittelwert 69.7 181.5 26.4
Std. Abw. 7.2 5.9 8.2
Minimum 47.0 163.0 15.0
Median 69.0 182.0 25.0
Maximum 90.0 194.0 60.0

Anthropologische Daten des Männer-Starterfelds

Die durchschnittliche Starterin in der zweiten Runde der GCA Bundesliga war 26,4 Jahre alt, wiegt 59,2 kg und ist 168,3 cm groß. Diesmal war die Bandbreite zwischen jüngster und ältester Teilnehmerin mit einer Differenz von nur 22 Jahren deutlich geringer als in der ersten Runde und auch deutlich geringer als bei den Männern.

n = 42 weight height age
Mittelwert 59.2 168.4 26.4
Std. Abw. 5.2 4.7 6.6
Minimum 49.2 157.0 15.0
Median 60.0 169.0 26.0
Maximum 74.0 180.0 37.0

Anthropologische Daten des Frauen-Starterfelds

Schaut man sich die Altersverteilung im Plot an, so sieht man, dass das Alter diesmal deutlich differenzierter war als noch in Runde eins. Sowohl bei den Frauen, als auch bei den Männern waren zwei Spitzen bei den Fahrerinnen und Fahrern von 20 Jahren und den Fahrerinnen und Fahrern um 30 Jahren auszumachen. Vor allem die Junioren und Juniorinnen waren in der zweiten Runde stark vertreten.

Beim Gewicht sehen wir wieder eine Kurve, welche in die Richtung einer Normalverteilung geht. Anders als beim Alter sehen wir hier eine, ebenfalls erwartbare, deutlichere Differenzierung zwischen Männer und Frauen.

Die zweite Runde der GCA Liga unterschied sich in der Anthropologie der Teilnehmer also nur wenig von Runde eins. Wie sieht es aber bei der Leistungsfähigkeit aus?

Die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer

Der durchschnittliche männliche Sportler fuhr über die Renndauer von etwa einer Stunde im Schnitt mit 299 W bzw. einer Normalized Power von 313 W. Das entspricht einer durchschnittlichen relativen Leistung von 4,3 W/kg. Das Maximum lag bei knapp 370 W bzw. 5,3 W/kg im Durchschnitt. Die durchschnittliche Leistung über fünf Minuten betrug 362 W, mit einem Maximum von 449 W.

Vergleicht man die Leistung mit der aus der ersten Runde fallen keine großen Unterschiede auf. Lediglich eine größere Differenz zwischen durchschnittlicher Leistung und NP ist auffällig, was dafür spricht, dass das Rennen taktischer war bzw. nicht die ganze Zeit am Limit gefahren wurde, sondern zwischendurch harte Attacken gefahren wurden.

Die durchschnittliche, berechnete VO2max der Männer beträgt 62,8 ml/min/kg. Die VO2max wurde auch diesmal berechnet anhand der Formel des American College of Sports Medicine und der maximalen Leistung über fünf Minuten. Spitzenwerte lagen diesmal bei über 75 ml/min/kg. Wobei man die VO2max-Werte mit Vorsicht genießen muss. Die Formel des ACSM kann die VO2max gut annähern, wenn ein All-Out-Test über fünf Minuten vorliegt. Bei ZWIFT-Rennen wird in der Regel sehr hart gestartet, was für einige Sportler bereits "All-Out" bedeutet. Andere wiederrum pacen sich mehr und gehen nicht bzw. müssen evtl. auch nicht an ihr Maximum gehen. Die berechneten VO2max-Werte sind daher vermutlich etwas niedriger als die reale Ausprägung - dennoch geben die berechneten Werte eine Größenordnung an und helfen die Leistungsfähigkeit der Fahrer einschätzen zu können.

n = 219 Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
Mittelwert 299.8 172.8 4.3 313.5 322.4 361.9 62.8
Std. Abw. 37.8 9.7 0.5 39.9 38.8 42.3 5.6
Minimum 188.0 134.0 2.9 198.0 208.0 219.0 43.2
Median 304.0 172.0 4.3 316.0 326.0 368.0 63.2
Maximum 368.0 199.0 5.3 405.0 405.0 449.0 75.2

Leistungswerte der Männer (* da für eine korrekte Berechnung ein All-Out-Wert benötigt wird, sind die hier angegebenen individuellen Werte vermutlich etwas niedriger als man sie im Labor messen würde)

Die durchschnittliche Sportlerin fuhr über die Renndauer von etwas mehr als einer Stunde im Schnitt 211 W bzw. erreichte eine Normalized Power von 217 W. Das entspricht einer durchschnittlichen relativen Leistung von 3,5 W/kg. Die durchschnittliche Leistung über fünf Minuten betrug 249 W, mit Maximalwerten von etwa 317 W. Die durchschnittliche, berechnete VO2max der Frauen beträgt 55,0 ml/min/kg. Die VO2max ist hier ebenfalls anhand der Formel des American College of Sports Medicine und der maximalen Leistung über fünf Minuten berechnet. Spitzenwerte lagen bei 65 ml/min/kg. Auch hier gelten natürlich die gleichen Limitierungen wie bei den Männern. Interessant zu sehen hier, dass im Damenrennen ein höheres Tempo angeschlagen wurde und es weniger Leistungsspitzen gab als im Herrenrennen. Zudem lag die maximale relative Leistung dieses Mal "nur" bei 4,5 W/kg und damit nur knapp über dem Durchschnitt im Herrenrennen.

n = 55 Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
Mittelwert 211.1 176.7 3.5 217.4 224.6 248.8 52.1
Std. Abw. 28.4 9.7 0.5 29.5 29.8 31.3 5.9
Minimum 152.0 155.0 2.5 157.0 165.0 186.0 39.2
Median 208.0 176.0 3.5 212.0 222.0 244.0 51.1
Maximum 278.0 200.0 4.5 280.0 293.0 317.0 65.1

Leistungswerte der Frauen (* da für eine korrekte Berechnung ein All-Out-Wert benötigt wird, sind die hier angegebenen individuellen Werte vermutlich etwas niedriger als man sie im Labor messen würde)

Die relative Leistung im Rennen war auch dieses Mal annähernd normalverteilt, mit leichter Rechtsverschiebung bei den Frauen und einem flacheren Verlauf im linken Kurvenbereich bei den Männern. Das Feld der Männer war im Bezug auf die relative Leistung etwas homogener als das der Frauen.

Schaut man sich hingegen die absolute Leistung an, ist noch deutlicher als beim letzten Mal erkennbar, dass das Peloton der Frauen homogener war (höhere Spitze der Kurve vs. flacherer Verlauf) als das Feld der Männer. Die Differenz ist erklärbar durch die größere Standardabweichung beim Gewicht der Männer. Während bei den Frauen die Differenz der leichtesten zur schwersten Fahrerin nur ca. 33 % betrug, lag die Differenz im Feld der Männer bei 48 %.

Leistungsverteilung im Frauen- und Männerfeld.

Betrachtet man schließlich die Gesamtzeiten zeigt sich, dass das Feld der Männer eine höhere Leistungsdichte aufwies. Das Gros des Männerfeldes kam mit einer Zeit von knapp unter einer Stunde ins Ziel. Danach kamen nur noch kleinere Gruppen an. Bei den Frauen hingegen zeigt der erste große Balken, dass es eine deutliche Leistungsdifferenz zwischen der Spitze des Rennens und dem Rest des Feldes gab.

Im folgendem interaktiven Plot erkennt man sehr schön die Zeitunterschiede in Bezug zur Platzierung. Die Leistungsdichte im Peloton der Männer war sehr hoch. Auch wenn die Strecke am Leg Snapper diesmal selektiver war als in Runde 1, kommen die meisten Fahrer dennoch im Prinzip in zwei großen Gruppen ins Ziel:

Ähnlich wie in Runde eins benötigte man auch diesmal etwa 4,5 W/kg um bei den Männern das Rennen unter den Top50 zu beenden. Der Großteil der Sportler bringt wieder mehr als 4 W/kg auf die Kurbel. Bei den Damen bringt die Hälfte der Fahrerinnen mehr als 3,5 W/kg auf die Kurbel.

Den größten Einfluss auf die Zeit hatte auch diesmal die relative Leistung mit -0,81 bei den Männern und -0,89 bei den Frauen. Das heißt 81 % des Ergebnisses, respektive 89 % bei den Frauen lässt sich mit der relativen Leistung erklären und nur 19 %, bzw. 11 % gehen auf andere Faktoren (Windschatten, Taktik, Streckenkenntnisse, Power-Ups,...) zurück. Im Vergleich zum ersten Rennen fällt damit ein größerer Anteil am Ergebnis auf andere Faktoren (Windschatten, PowerUps, Taktik) als die Leistung. Das wiederrum spricht dafür, dass die Rennen dieses mal mehr von Taktik geprägt wurden als von der reinen Leistungsfähigkeit. Auch die Tatsache, dass das Frauen- und Männerrennen seperat gestartet wurden trägt vermutlich seinen Teil dazu bei.

Schaut man sich die Leistung im Vergleich zur Platzierung an, erkennt man, wie bereits in Runde eins, immer noch einen Trend, welcher aber nicht mehr so deutlich hervor tritt wie beim Vergleich zwischen relativer Leistung und der Platzierung.

Auch diesmal war der Kurs zu "leicht" um den leichteren Fahrern einen Vorteil zu bieten. Basti Marks und Rick Zabel erwähnten im Live-Stream, dass eins der Rennen auf Alpe du Zwift ausgetragen werden soll. Es wird interessant zu sehen welchen Einfluss da das Gewicht spielen wird.

Sowohl das Männer, als auch das Frauenfeld boten wieder ein starkes sportliches Niveau. Doch welches Niveau musste man diesmal mitbringen um Chancen auf den Sieg zu haben? Dazu habe ich mir die Anthropologie und die Leistungsdaten der Top 10 nochmal genauer angeschaut.

Bei der Anthropologie zeigen sich wenig Unterschiede zum gesamten Feld. Die Top 10 ist minimal schwerer und etwas jünger als der durchschnittliche Starter.

Top10 Männer Gewicht Größe Alter
Mittelwert 70.6 182.4 26.6
Std. Abw. 6.9 6.6 4.8
Minimum 60.0 171.0 16.0
Medium 69.5 183.0 26.0
Maximum 82.3 192.0 35.0

Anthropologie der Top10 der Männer

Bei der Leistungsfähigkeit sehen wir dann allerdings (erwartungsgemäß) deutliche Unterschiede zum Rest des Pelotons: die durchschnittliche Leistung lag ca. 30 W höher als im Schnitt. Die relative Leistung liegt entsprechend höher bei 4,7 W/kg und die NP bei 360 W. Die berechnete VO2max (mit allen Limitationen) ist ebenfalls höher mit 69,4 ml/min/kg. Die Werte liegen allerdings insgesamt nicht so weit vom Durchschnitt entfernt wie noch in Runde eins.

Top10 Männer Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
Mittelwert 332.7 172.9 4.7 358.5 347.9 405.9 69.4
Std. Abw. 21.7 7.2 0.2 26.4 25.0 26.4 4.1
Minimum 292.0 162.0 4.5 316.0 308.0 369.0 61.6
Median 333.0 173.5 4.8 356.0 350.5 402.0 69.0
Maximum 368.0 186.0 5.0 405.0 389.0 449.0 74.9

Leistungsfähigkeit der Top 10 der Männer

Nun zu den Frauen: auch hier gibt es in Bezug zur Anthropologie keine nennenswerten Differenzen zur Gesamtheit des Feldes.

Top10 Frauen Gewicht Größe Alter
Mittelwert 57.4 167.2 28.8
Std. Abw. 5.6 6.1 4.6
Minimum 49.2 157.0 21.0
Median 56.0 168.0 30.5
Maximum 68.0 175.0 34.0

Anthropologie der Top 10 der Frauen

Wie bereits bei den Männern unterscheiden sich die Top 10 der Frauen leistungstechnisch vom Rest des Feldes in der durchschnittlichen Leistung (+ 24 W), damit auch in der relativen Leistung (+ 0.6 W/kg), der NP (+ 29 W) und der VO2max (+ 7 ml/min/kg). Hier liegen die Werte der Top 10 etwa eine Standardabweichung höher als bei der Gesamtheit des Feldes.

Top10 Frauen Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
Mittelwert 235.5 173.6 4.1 246.2 248.3 279.1 59.6
Std. Abw. 20.0 9.1 0.2 24.1 25.4 28.1 4.0
Minimum 202.0 155.0 3.8 208.0 209.0 228.0 54.2
Median 237.0 174.0 4.0 246.0 249.5 283.0 60.0
Maximum 262.0 188.0 4.5 280.0 278.0 317.0 65.1

Leistungsfähigkeit Top 10 der Frauen

Zusammenfassung

Auch die zweite Runde der GCA Liga powered by Müller Logistik wurde von den deutschen Radsportlern sehr gut angenommen. Laut Angabe des BDR standen knapp 500 Fahrerinnen und Fahrer am Start und haben ein tolles virtuelles Rennen abgeliefert. Ins Ziel kamen knapp 300 Fahrerinnen und Fahrer.

Die Leistungsfähigkeit des Feldes unterschied sich nicht wesentlich von der Leistungsfähigkeit in der ersten Runde. Es hat sich gezeigt, dass die zweite Runde bereits viel taktischer gefahren wurde - vermutlich weil ein Großteil des Feldes nun mit den taktischen Eigenheiten einen ZWIFT-Rennens bereits etwas besser zu recht kommt.

Wie auch in Runde eins müssen bei der Analyse viele Punkte als gegeben hingenommen werden. Die Ergebnisse sind natürlich stark davon abhängig, ob die Fahrer mit ihrem Gewicht ehrlich sind. Weiterhin spielen technische Details wie z.B. der generellen Genauigkeit des Powermeters/Smarttrainers eine Rolle. Die Genauigkeit wird bei den meisten Geräten in einer Range von +- 1,5 - 2 % angegeben. Bei 300 W durchschnittlicher Leistung können das maximale Differenzen von 12 W sein! Bei einem leichten Fahrer mit 65 kg oder weniger ist das bereits eine beachtliche Differenz. Weiterhin spielen aber auch ganz profane Dingen wie die Kalibrierung dieser Geräte in die Genauigkeit der Daten mit rein. Trotz aller Limitationen bieten die Daten eine einzigartige Möglichkeit eine gute Vorstellungen von den erbrachten Leistungen zu erhalten. Vergleichbare Daten kennen wir sonst nur aus dem Profi-Sport von z.B. velon, welche aber natürlich ihre Daten nicht in dieser Breite veröffentlichen.

Das nächste Rennen findet am kommenden Samstag, dem 2.5.20 statt und wird ab 16:30 Uhr wieder auf YouTube gestreamt und von Bastian Marks und Rick Zabel kommentiert. Ich werde die Rennen weiterhin verfolgen und freue mich auf bergigere Etappen und die dort gewonnenen Einblicke aus den Daten!

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