Analyse: GCA Liga Runde 5

Zusammenfassung

Beim fünften Rennen der GCA Liga waren von allen Austragungen die wenigsten Teilnehmer am Start – ob das an den Lockerungen der Corona-Beschränkungen und dem guten Wetter lag oder ob schlicht das Interesse nachlässt, lässt sich natürlich hier nicht beantworten. Für viele Sportler war die GCA Liga ein willkommener Ersatz für die ausgefallenen Rennen. Aus sportwissenschaftlicher Sicht sind die öffentlich einsehbaren Daten natürlich sowas wie eine Goldgrube und ermöglichen es spannende Einblicke in die Leistungsfähigkeit von vielen Sportlern gleichzeitig zu kriegen.

Anzahl Finisher nach Ergebnisliste von Zwiftpower

Wie immer müssen viele Punkte als gegeben hingenommen werden. Die Ergebnisse sind natürlich stark davon abhängig, ob die Fahrer mit ihrem Gewicht ehrlich sind. Weiterhin spielen technische Details wie z.B. der generellen Genauigkeit des Powermeters/Smarttrainers eine Rolle. Die Genauigkeit wird bei den meisten Geräten in einer Range von +- 1,5 – 2 % angegeben. Bei 300 W durchschnittlicher Leistung können das maximale Differenzen von 12 W sein! Bei einem leichten Fahrer mit 65 kg oder weniger ist das bereits eine beachtliche Differenz. Weiterhin spielen aber auch ganz profane Dingen wie die Kalibrierung dieser Geräte in die Genauigkeit der Daten mit rein. Trotz aller Limitationen bieten die Daten eine einzigartige Möglichkeit eine gute Vorstellungen von den erbrachten Leistungen zu erhalten. Vergleichbare Daten kennen wir sonst nur aus dem Profi-Sport von z.B. velon, welche aber natürlich ihre Daten nicht in dieser Breite veröffentlichen.

Mit dem fünften Rennen ging auch die GCA Liga zu Ende. Bei den Männern konnte sich Lucas Carstensen vom Team Bike Aid den Gesamtsieg vor Benedikt Helbig vom Team Embrace The World und Simon Schmitt vom Team Sportforum sichern.

Bei den Damen gewann Romy Kasper vom rad-net ROSE Team vor Tanja Erath von CANYON//SRAM und Kerstin Pöhl vom Team BELLE Stahlbau Women.

Ich fand es sehr spannend die Rennen zu verfolgen und einen genaueren Blick in die Daten zu werfen. Trotzdem hoffe ich, dass wir dieses Jahr vielleicht noch in den Genuss “echten Radsports” kommen werden. Gleichzeitig sehe ich aber auch die Möglichkeit eine virtuelle Serie von vier bis fünf Rennen im Winter zu etablieren. Wir dürfen gespannt sein ob der BDR nach diesem gelungenen “Experiment” den virtuellen Radsport weiter fördern wird. Genügend motivierte Fahrerinnen und Fahrer scheint es jedenfalls zu geben.

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