Analyse: GCA Liga Runde 5

Die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer

Der durchschnittliche männliche Sportler fuhr über die Renndauer von etwa einer Stunde im Schnitt mit 306 W. Die Normalized Power lag bei 317 W. Das entspricht einer durchschnittlichen relativen Leistung von 4,4 W/kg. Das Maximum lag bei knapp 400 W bzw. 5,4 W/kg im Durchschnitt. Die durchschnittliche Leistung über fünf Minuten betrug 367 W, mit einem Maximum von 467 W.

Die deutliche Differenz zwischen durchschnittlicher Leistung und Normalized Power lässt darauf schließen, dass das Rennen nicht sehr gleichmäßig von den Fahrern gepaced wurde. Das Streckenprofil begünstigt eine solche Fahrweise natürlich zusätzlich.

Die durchschnittliche, berechnete VO2max der Männer war diesmal höher als bei den letzten Rennen und beträgt 64,3 ml/min/kg. Die VO2max wurde auch diesmal berechnet anhand der Formel des American College of Sports Medicine und der maximalen Leistung über fünf Minuten. Spitzenwerte lagen diesmal bei knapp 75 ml/min/kg. Wobei man die VO2max-Werte mit Vorsicht genießen muss. Die Formel des ACSM kann die VO2max gut annähern, wenn ein All-Out-Test über fünf Minuten vorliegt. Bei ZWIFT-Rennen wird in der Regel sehr hart gestartet, was für einige Sportler bereits “All-Out” bedeutet. Andere wiederrum pacen sich mehr und gehen nicht bzw. müssen evtl. auch nicht an ihr Maximum gehen. Die berechneten VO2max-Werte sind daher vermutlich etwas niedriger als die reale Ausprägung – dennoch geben die berechneten Werte eine Größenordnung an und helfen die Leistungsfähigkeit der Fahrer einschätzen zu können.


n = 167
Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
[ml/min/kg]
Mittelwert306.1173.64.4317.3327.0367.664.3
Std.Abweichung42.49.50.643.442.343.35.6
Minimum190.0143.02.8193.0216.0231.042.7
Median311.0174.04.5322.0330.0373.065.1
Maximum399.0197.05.4410.0420.0467.076.9
Leistungswerte der Männer

(* da für eine korrekte Berechnung ein All-Out-Wert benötigt wird, sind die hier angegebenen individuellen Werte vermutlich etwas niedriger als man sie im Labor messen würde)

Die durchschnittliche Sportlerin fuhr über die Renndauer von etwas mehr als einer Stunde im Schnitt 223 W bzw. erreichte eine Normalized Power von 229 W. Das entspricht einer durchschnittlichen relativen Leistung von 3,8 W/kg. Bei den Frauen war die Differenz zwischen durchschnittlicher Leistung und Normalized Power geringer als bei den Herren, was zeigt, dass das Rennen gleichmäßiger gefahren wurde als bei den Männern. Die durchschnittliche Leistung über fünf Minuten betrug 264 W.
Die durchschnittliche, berechnete VO2max der Frauen beträgt 55,4 ml/min/kg. Die VO2max ist hier ebenfalls anhand der Formel des American College of Sports Medicine und der maximalen Leistung über fünf Minuten berechnet. Spitzenwerte lagen diesmal bei knapp unter 70 ml/min/kg. Hier gelten natürlich die gleichen Limitationen wie bei den Männern.


n = 54
Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
[ml/min/kg]
Mittelwert223.6175.33.8229.1238.1264.855.4
Std.Abweichung29.89.00.530.429.730.55.4
Minimum165.0158.02.8167.0180.0192.043.2
Median220.5175.03.8225.5239.0269.056.3
Maximum294.0195.05.0297.0303.0339.069.1
Leistungswerte der Frauen

(* da für eine korrekte Berechnung ein All-Out-Wert benötigt wird, sind die hier angegebenen individuellen Werte vermutlich etwas niedriger als man sie im Labor messen würde)

Sowohl das Frauen-, als auch das Männerfeld waren in Runde fünf etwa gleich homogen wenn man die relative Leistung betrachtet. Bei den Männern war die Kurve lediglich etwas nach rechts verschoben.

Wie bereits bei den vorigen Rennen zeigt sich bei der absoluten Leistung, dass die Frauen in dieser Beziehung ein homogeneres Feld sind als die Männer. Anders als im letzten Rennen war der Unterschied zwischen Männer- und Frauenfeld aber weniger stark ausgeprägt.

Leistungsverteilung im Frauen- und Männerfeld.

Deutlich unterschiedlich ist dieses mal die Betrachtung des Zeit-Histogramms. Die Männer waren insgesamt (nicht überraschend) schneller als die Frauen, aber deutlich homogener was die absolute Zeit betrifft. Beim letzten Rennen kamen sowohl Männer als auch Frauen im Prinzip in drei großen Gruppen ins Ziel. Diesmal waren die Fahrer wieder etwas weiter verteilt, wobei die Männer hier das homogenere Feld abgeben und in dichteren Abständen bzw. größeren Gruppen ins Ziel kamen als die Frauen.

Besonders schön erkannt man das auch wieder in dieser interaktiven Grafik:

my plot

Um das Rennen im Männerfeld unter den Top50 zu beenden musste man wie bereits in den letzten Rennen etwa 4,8 W/kg auf die Pedale bringen. Bei den Damen reichten dazu etwas mehr als 3,5 W/kg. Vergleicht man den folgenden Plot mit dem aus dem letzten Rennen, sieht man hier nochmal schön, dass die relative Leistung auf einem flachen Kurs einen geringeren Einfluss hat als am Berg.

my plot

Schaut man sich auch nochmal das Gewicht im Verhältnis zur Platzierung an, erkennt man dass das Gewicht alleine in ZWIFT-Rennen keine große Rolle spielt.

my plot

Sowohl das Männer, als auch das Frauenfeld boten wieder ein starkes sportliches Niveau. Doch welches Niveau musste man diesmal mitbringen um Chancen auf den Sieg zu haben? Dazu habe ich mir die Anthropologie und die Leistungsdaten der Top 10 nochmal genauer angeschaut.

Bei der Anthropologie zeigen sich diesmal – abgesehen vom Alter – keine Unterschiede zum Rest des Feldes. Die Sportler aus den Top10 waren jedoch im Schnitt fast vier Jahre jünger als der Schnitt des gesamten Feldes.

Top 10: MännerGewichtGrößeAlter
Mittelwert69.1182.922.8
Std.Abweichung5.47.72.3
Minimum60.0168.019.0
Median71.0184.522.0
Maximum76.0193.026.0
Anthropologie der Top10 der Männer

Bei der Leistungsfähigkeit zeigen sich dann erwartungsgemäßt wieder sehr deutliche Unterschiede: die durchschnittliche Leistung lag ca. 45 W höher als im Schnitt. Die relative Leistung liegt entsprechend bei über 5 W/kg und die NP bei fast 370 W. Damit liegen die Werte der Top10 zwar höher als die durchschnittlichen Werte, aber kommen dennoch nicht an die Werte des Rennens auf den Alpe du Zwift ran, wo die durchschnittliche relative Leistung bei 5,6 W/kg lag.


Top 10: Männer
Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
VO2max
[ml/min/kg]
Mittelwert353.2176.55.1368.670.0
Std.Abweichung31.39.10.230.23.0
Minimum317.0157.04.6331.065.3
Median344.0178.55.2367.069.5
Maximum399.0188.05.4407.075.1
Leistungsfähigkeit der Top 10 der Männer

Nun zu den Frauen: anders als bei den Männern gab es bei der Anthropologie der Top10 keine nennenswerten Unterschiede zum Rest der Teilnehmerinnen. Die durchschnittlichen anthropologischen Daten der Top10 entsprechen in etwa der des gesamten Feldes.

Top 10: FrauenGewichtGrößeAlter
Mittelwert57.6167.426.3
Std.Abweichung5.77.24.4
Minimum49.8158.021.0
Median55.2168.524.5
Maximum67.0179.033.0
Anthropologie der Top 10 der Frauen

Wie bereits bei den Männern unterscheiden sich die Top 10 der Frauen leistungstechnisch vom Rest des Feldes in der durchschnittlichen Leistung (+ 30 W), damit auch in der relativen Leistung (+ 0,6 W/kg), der NP (+ 30 W) und der VO2max (+ 5 ml/min/kg).

Top 10: FrauenLeistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
VO2max
[ml/min/kg]
Mittelwert252.0177.34.4259.060.7
Std.Abweichung17.79.00.320.14.0
Minimum232.0160.04.0237.056.4
Median246.5178.04.4252.059.9
Maximum286.0189.05.0295.069.1
Leistungsfähigkeit Top 10 der Frauen

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