Analyse: GCA Liga Runde 4

Die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer

Der durchschnittliche männliche Sportler fuhr über die Renndauer von etwa einer Stunde im Schnitt mit 298 W. Die Normalized Power lag bei 306 W. Das entspricht einer durchschnittlichen relativen Leistung von 4,3 W/kg. Das Maximum lag bei knapp 384 W bzw. 5,2 W/kg im Durchschnitt – bisher der niedrigste Wert in der Rennserie. Die durchschnittliche Leistung über fünf Minuten betrug 356 W, mit einem Maximum von 499 W.

Vergleicht man die Leistung mit den Leistungen aus den vorherigen Runden, dann fallen keine großen Unterschiede auf. In Runde vier war die Differenz zwischen durchschnittlicher Leistung und Normalized Power wieder etwas größer, was für einen taktischeren Rennverlauf spricht.

Die durchschnittliche, berechnete VO2max der Männer beträgt genau wie beim letzten Mal 61,9 ml/min/kg. Die VO2max wurde auch diesmal berechnet anhand der Formel des American College of Sports Medicine und der maximalen Leistung über fünf Minuten. Spitzenwerte lagen diesmal bei knapp 75 ml/min/kg. Wobei man die VO2max-Werte mit Vorsicht genießen muss. Die Formel des ACSM kann die VO2max gut annähern, wenn ein All-Out-Test über fünf Minuten vorliegt. Bei ZWIFT-Rennen wird in der Regel sehr hart gestartet, was für einige Sportler bereits “All-Out” bedeutet. Andere wiederrum pacen sich mehr und gehen nicht bzw. müssen evtl. auch nicht an ihr Maximum gehen. Die berechneten VO2max-Werte sind daher vermutlich etwas niedriger als die reale Ausprägung – dennoch geben die berechneten Werte eine Größenordnung an und helfen die Leistungsfähigkeit der Fahrer einschätzen zu können.


n = 194
Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
[ml/min/kg]
Mittelwert298.7171.24.3306.3319.5356.261.9
Std.Abweichung41.310.20.541.141.143.25.3
Minimum145.0136.02.7157.0155.0194.039.3
Median300.0172.04.3307.5326.0358.562.6
Maximum384.0198.05.2410.0402.0499.074.7
Leistungswerte der Männer

(* da für eine korrekte Berechnung ein All-Out-Wert benötigt wird, sind die hier angegebenen individuellen Werte vermutlich etwas niedriger als man sie im Labor messen würde)

Die durchschnittliche Sportlerin fuhr über die Renndauer von etwas mehr als einer Stunde im Schnitt 211 W bzw. erreichte eine Normalized Power von 215 W. Das entspricht einer durchschnittlichen relativen Leistung von 3,6 W/kg. Bei den Frauen war die Differenz zwischen durchschnittlicher Leistung und Normalized Power sehr gering, was zeigt, dass im Rennen eine konstant hohe Belastung ohne viele Leistungsspitzen herrschte. Die durchschnittliche Leistung über fünf Minuten betrug 251,8 W.
Die durchschnittliche, berechnete VO2max der Frauen beträgt 53,2 ml/min/kg. Die VO2max ist hier ebenfalls anhand der Formel des American College of Sports Medicine und der maximalen Leistung über fünf Minuten berechnet. Spitzenwerte lagen bei unglaublichen 72,9 ml/min/kg. Das ist wirklich absolute weltklasse – auch wenn hier natürlich die gleichen Limitationen gelten wie bei den Männern.


n = 61
Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
[ml/min/kg]
Mittelwert210.9174.23.6215.6227.3251.853.2
Std.Abweichung29.49.50.529.730.330.55.4
Minimum151.0152.02.7153.0167.0184.040.5
Median206.0173.03.521205229.0252.554.1
Maximum280.0197.04.7283.0312.0360.072.9
Leistungswerte der Frauen

(* da für eine korrekte Berechnung ein All-Out-Wert benötigt wird, sind die hier angegebenen individuellen Werte vermutlich etwas niedriger als man sie im Labor messen würde)

Die relative Leistung im Rennen war auch dieses Mal annähernd normalverteilt, mit einem flacheren Verlauf in der Spitze bei den Männern. Das Feld der Frauen war im Bezug auf die relative Leistung etwas homogener als das der Männer.

Wie bereits bei den vorigen Rennen zeigt sich bei der absoluten Leistung, dass die Frauen in dieser Beziehung ein homogeneres Feld sind als die Männer. Diesmal wurde dieser Unterschied nochmals deutlich klarer als in den Austragungen zuvor.

Leistungsverteilung im Frauen- und Männerfeld.

Deutlich unterschiedlich ist dieses mal die Betrachtung des Zeit-Histogramms. Die Männer waren insgesamt (nicht überraschend) schneller als die Frauen, aber deutlich homogener was die absolute Zeit betrifft. Sowohl Männer als auch Frauen kamen im wesentlichen in drei großen Gruppen ins Ziel – mit dem Unterschied, dass die Gruppen der Frauen größere Abstände untereinander aufwiesen.

Besonders schön kann man diese Tatsache auch in dieser interaktiven Grafik sehen:

my plot

Um das Rennen im Männerfeld unter den Top50 zu beenden musste man wie bereits in den letzten Rennen etwa 4,8 W/kg auf die Pedale bringen. Bei den Damen reichten dazu etwas mehr als 3 W/kg. Vergleicht man den folgenden Plot mit dem aus dem letzten Rennen, sieht man hier nochmal schön, dass die relative Leistung auf einem flachen Kurs einen geringeren Einfluss hat als am Berg.

my plot

Schaut man sich auch nochmal das Gewicht im Verhältnis zur Platzierung an, erkennt man – wie bereits im ebenfalls flachen ersten Rennen der GCA Liga – dass das Gewicht in flachen ZWIFT-Rennen keine große Rolle spielt. Auch hier erkennt man nochmal sehr schön die drei großen Gruppen im Frauen- und Männerrennen.

my plot

Sowohl das Männer, als auch das Frauenfeld boten wieder ein starkes sportliches Niveau. Doch welches Niveau musste man diesmal mitbringen um Chancen auf den Sieg zu haben? Dazu habe ich mir die Anthropologie und die Leistungsdaten der Top 10 nochmal genauer angeschaut.

Bei der Anthropologie zeigen sich diesmal deutlichere Unterschiede zum gesamten Feld. Die Top 10 war im Schnitt etwa 2 kg schwerer und jünger als der durchschnittliche Starter.

Top 10: MännerGewichtGrößeAlter
Mittelwert73.1181.724.9
Std.Abweichung5.67.34.2
Minimum61.0168.021.0
Median73.0181.524.0
Maximum80.0191.034.0
Anthropologie der Top10 der Männer

Auch bei der Leistungsfähigkeit zeigen sich sehr deutliche Unterschiede: die durchschnittliche Leistung lag ca. 45 W höher als im Schnitt. Die relative Leistung liegt entsprechend bei 4,7 W/kg und die NP bei 353 W. Damit liegen die Werte der Top10 zwar höher als die durchschnittlichen Werte, aber deutlich niedriger als im letzten Rennen, wo die durchschnittliche relative Leistung bei 5,6 W/kg lag.


Top 10: Männer
Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
VO2max
[ml/min/kg]
Mittelwert344.5171.34.7353.066.6
Std.Abweichung17.88.40.218.91.9
Minimum309.0163.04.4315.062.4
Median349.0168.04.7357.066.8
Maximum368.0188.05.1378.069.7
Leistungsfähigkeit der Top 10 der Männer

Nun zu den Frauen: anders als bei den Männern gab es bei der Anthropologie der Top10 keine nennenswerten Unterschiede zum Rest der Teilnehmerinnen. Die durchschnittlichen anthropologischen Daten der Top10 entsprechen in etwa der des gesamten Feldes.

Top 10: FrauenGewichtGrößeAlter
Mittelwert58.1166.527.2
Std.Abweichung5.56.04.8
Minimum50.2158.021.0
Median57.2168.027.5
Maximum66.4173.033.0
Anthropologie der Top 10 der Frauen

Wie bereits bei den Männern unterscheiden sich die Top 10 der Frauen leistungstechnisch vom Rest des Feldes in der durchschnittlichen Leistung (+ 30 W), damit auch in der relativen Leistung (+ 0,6 W/kg), der NP (+ 35 W) und der VO2max (+ 6 ml/min/kg). Bemerkenswert auch hier nochmal, dass die berechnete VO2max der Frauen-Top10 nur 5ml/min/kg unter dem durchschnitt der Männer lag und die maximale VO2max sogar nur 1,8 ml/min/kg weniger als bei den Männern.

Top 10: FrauenLeistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
VO2max
[ml/min/kg]
Mittelwert243.7171.74.2249.359.0
Std.Abweichung18.07.90.320355.4
Minimum220.0159.04.0225.054.8
Median238.0172.04.1243.056.7
Maximum269.0185.04.7283.072.9
Leistungsfähigkeit Top 10 der Frauen

Kommentar verfassen