Analyse: GCA Liga Runde 3

Die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer

Der durchschnittliche männliche Sportler fuhr über die Renndauer von etwa einer Stunde im Schnitt mit 305 W bzw. einer Normalized Power von 309 W. Das entspricht einer durchschnittlichen relativen Leistung von 4,4 W/kg. Das Maximum lag bei knapp 414 W bzw. 5,9 W/kg im Durchschnitt. Die durchschnittliche Leistung über fünf Minuten betrug 353 W, mit einem Maximum von 460 W.

Vergleicht man die Leistung mit den Leistungen aus den vorherigen Runden, dann fallen keine großen Unterschiede auf. In Runde drei war die Differenz zwischen durchschnittlicher Leistung und Normalized Power allerdings wie in Runde 1 sehr gering, das dafür spricht, dass es keine taktischen Spielereien gab, sondern jeder “einfach” seine maximale Leistungsfähigkeit auf den Smarttrainer gebracht hat.

Die durchschnittliche, berechnete VO2max der Männer beträgt 61,9 ml/min/kg. Die VO2max wurde auch diesmal berechnet anhand der Formel des American College of Sports Medicine und der maximalen Leistung über fünf Minuten. Spitzenwerte lagen diesmal bei 77 ml/min/kg. Wobei man die VO2max-Werte mit Vorsicht genießen muss. Die Formel des ACSM kann die VO2max gut annähern, wenn ein All-Out-Test über fünf Minuten vorliegt. Bei ZWIFT-Rennen wird in der Regel sehr hart gestartet, was für einige Sportler bereits “All-Out” bedeutet. Andere wiederrum pacen sich mehr und gehen nicht bzw. müssen evtl. auch nicht an ihr Maximum gehen. Die berechneten VO2max-Werte sind daher vermutlich etwas niedriger als die reale Ausprägung – dennoch geben die berechneten Werte eine Größenordnung an und helfen die Leistungsfähigkeit der Fahrer einschätzen zu können.


n = 247
Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
[ml/min/kg]
Mittelwert304.7174.84.4309321.2352.861.9
Std.Abweichung43.19.90.642.542.543.85.7
Minimum180.0139.02.8186.0195.0211.042.2
Median305.0176.04.4308.0320.0353.062.6
Maximum414.0198.05.9423.0454.0460.077.0
Leistungswerte der Männer

(* da für eine korrekte Berechnung ein All-Out-Wert benötigt wird, sind die hier angegebenen individuellen Werte vermutlich etwas niedriger als man sie im Labor messen würde)

Die durchschnittliche Sportlerin fuhr über die Renndauer von etwas mehr als einer Stunde im Schnitt 214 W bzw. erreichte eine Normalized Power von 217 W. Das entspricht einer durchschnittlichen relativen Leistung von 3,6 W/kg. Auch bei den Frauen war die Differenz zwischen durchschnittlicher Leistung und Normalized Power sehr gering, was zeigt, dass im Rennen eine konstant hohe Belastung ohne viele Leistungsspitzen herrschte. Die durchschnittliche Leistung über fünf Minuten betrug 247,8 W.
Die durchschnittliche, berechnete VO2max der Frauen beträgt 51,9 ml/min/kg. Die VO2max ist hier ebenfalls anhand der Formel des American College of Sports Medicine und der maximalen Leistung über fünf Minuten berechnet. Spitzenwerte lagen bei 63 ml/min/kg. Auch hier gelten natürlich die gleichen Limitierungen wie bei den Männern.


n = 64
Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
CP20
[W]
CP5
[W]
VO2max*
[ml/min/kg]
Mittelwert214.0174.13.6217.2228.5247.851.9
Std.Abweichung31.711.00.631.229.430.35.6
Minimum125.0127.02.2135.0163.0185.038.4
Median217.0174.03.6221.5231.0248.550.8
Maximum280.0198.04.7283.0295.0307.063.2
Leistungswerte der Frauen

(* da für eine korrekte Berechnung ein All-Out-Wert benötigt wird, sind die hier angegebenen individuellen Werte vermutlich etwas niedriger als man sie im Labor messen würde)

Die relative Leistung im Rennen war auch dieses Mal annähernd normalverteilt, mit einem flacheren Verlauf in der Spitze bei den Frauen. Das Feld der Männer war im Bezug auf die relative Leistung etwas homogener als das der Frauen.

Wie bereits bei den vorigen Rennen zeigt sich bei der absoluten Leistung, dass die Frauen in dieser Beziehung ein homogeneres Feld sind als die Männer. Der Unterschied lässt sich allerdings – wie bereits bei den beiden vorangegangenen Rennen – mit der größeren Gewichtsdifferenz bei den Männern erklären.

Leistungsverteilung im Frauen- und Männerfeld.

Bei der Betrachtung der benötigten Zeit zeigt sich, dass das Männer-Peloton homogener und damit kompetitiver war als das Frauenfeld. Die höhere Spitze der Kurve zeigt, dass der Großteil des Feldes innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes ins Ziel kommt.

Im Unterschied zu den ersten beiden Runden sieht man im Plot der Zeit in Abhängigkeit zur Platzierung sehr schön, dass diesmal keine großen Gruppen gleichzeitig ins Ziel gefahren sind, sondern die Fahrer wie an einer Perlenschnur aufgereiht das Ziel erreichen.

my plot

Um das Rennen im Männerfeld unter den Top50 zu beenden musste man am Alpe du Zwift min. 4,9 W/kg auf die Pedale bringen. Bei den Damen mussten dazu etwa 3,4 W/kg aufgebracht werden. In dem Plot zeigt sich schon deutlich, dass die relative Leistung ein größerer Einflussfaktor war als bei den beiden ersten Rennen.

my plot

Durch die relative Leistung konnten am Alpe du Zwift jeweils 96 % der Zeit bzw. der Platzierung erklärt werden. Lediglich 4 % gingen auf andere Faktoren (Windschatten, Start, Power Ups, Taktik etc.) zurück. Damit zeigt sich deutlich – wie im realen Radsport auch – dass “am Berg” W/kg die Messlatte ist!

Schaut man sich dennoch auch die Leistung im Vergleich zur Platzierung an, erkennt man da zwar noch einen leichten Trend, aber letztlich keine gute Korrelation mehr zwischen absolut erbrachter Leistung und der Platzierung im Rennen.

my plot

Schaut man sich auch nochmal das Gewicht im Verhältnis zur Platzierung an, sieht man, dass ein niedriges Gewicht alleine noch keinen Bergfahrer ausmacht. Um vorne zu landen muss man auch die entsprechende Leistungsfähigkeit mitbringen.

my plot

Sowohl das Männer, als auch das Frauenfeld boten wieder ein starkes sportliches Niveau. Doch welches Niveau musste man diesmal mitbringen um Chancen auf den Sieg zu haben? Dazu habe ich mir die Anthropologie und die Leistungsdaten der Top 10 nochmal genauer angeschaut.

Bei der Anthropologie zeigen sich diesmal deutlichere Unterschiede zum gesamten Feld. Die Top 10 war leichter und jünger als der durchschnittliche Starter. Der schwerste Fahrer in der Top10 wog lediglich 75 kg bei 193 cm Körpergröße.

Top 10: MännerGewichtGrößeAlter
Mittelwert65.5181.123.9
Std.Abweichung6.99.82.5
Minimum52.0165.021.0
Median67.0181.524.0
Maximum75.0193.027.0
Anthropologie der Top10 der Männer

Auch bei der Leistungsfähigkeit zeigen sich sehr deutliche Unterschiede: die durchschnittliche Leistung lag ca. 60 W höher als im Schnitt. Die relative Leistung liegt entsprechend bei 5,6 W/kg und die NP bei 369 W. Um die Top10 zu knacken benötigte man eine minimale VO2max von 70 ml/min/kg mit einem Spitzenwert von 77 ml/min/kg (bei allen Limitationen).


Top 10: Männer
Leistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
VO2max
[ml/min/kg]
Mittelwert365.3176.55.6369.073.0
Std.Abweichung36.56.20.237.42.8
Minimum297.0168.05.3301.068.6
Median368.0175.05.6370.072.6
Maximum414.0187.05.9423.077.0
Leistungsfähigkeit der Top 10 der Männer

Nun zu den Frauen: anders als bei den Männern gab es bei der Anthropologie der Top10 keine nennenswerten Unterschiede zum Rest der Teilnehmerinnen. Auffallend ist lediglich das etwas höhere Durchschnittsalter der Top10. Bemerkenswert ist auch, dass die älteste Teilnehmerin (47 Jahre) es unter die Top10 geschafft hat.

Top 10: FrauenGewichtGrößeAlter
Mittelwert58.3167.830.3
Std.Abweichung5.15.07.7
Minimum52.7158.020.0
Median55.8168.031.0
Maximum66.6173.047.0
Anthropologie der Top 10 der Frauen

Wie bereits bei den Männern unterscheiden sich die Top 10 der Frauen leistungstechnisch vom Rest des Feldes in der durchschnittlichen Leistung (+ 40 W), damit auch in der relativen Leistung (+ 0,8 W/kg), der NP (+ 41 W) und der VO2max (+ 8 ml/min/kg). Damit erreichten auch die Top10 der Frauen diesmal deutlich höhere Werte als der Rest des Feldes.

Top 10: FrauenLeistung
[W]
HF
[S/min]
rel. Leistung
[W/kg]
NP
[W]
VO2max
[ml/min/kg]
Mittelwert255.4175.04.4258.359.2
Std.Abweichung17.96.80.218.52.6
Minimum232.0163.04.1235.055.8
Median253.5176.04.4257.559.0
Maximum280.0188.04.7283.063.2
Leistungsfähigkeit Top 10 der Frauen

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