In Case You Missed It: 04/2020

Geteiltes Leid ist halbes Leid, auch im Sport

Die meisten dürften den Effekt kennen: in der Gruppe tut das Training weniger weh als wenn man alleine leidet. Warum das so ist versuchte eine neu erschienene brasilianische Studie herauszufinden, über die Alex Hutchinson auf outsideonline berichtet.

Zum Umgang mit der Corona Krise

Daniel ist ein Sportler der nicht nur sehr viel Zeit in sein Training steckt, sondern auch gewissenhaft an seiner mentalen Stärke arbeitet. In diesem lesenswerten Artikel schreibt er über seinen Umgang mit der Corona-Pandemie und warum & wofür er weiter trainiert.

Tour de Quarantine

Das dürfte eine der unterhaltsamsten Playlists auf YouTube sein. Brad Sohner ist Radsportkommentator und aktuell ohne Rennen wohl arbeitslos. Das hält ihn aber nicht davon ab die “Tour de Quarantine” zu kommentieren. Die QdT stand den großen Landesrundfahrten in Sachen Spannung auf jeden Fall in nichts nach!

Gegen die Regeln

Dass Boris vom Unterlenker mal so grob gegen “Die Regeln” verstößt hätte man auch nicht für möglich gehalten. Lenkertaschen sind aber der neue Trend bei den Profis und Boris hat das als Early Adopter natürlich direkt ausprobiert.

Heinrich Haussler im Besenwagen

Der Besenwagen-Podcast ist eh immer ein reinhören wert, aber die neuste Episode mit Heinrich Hausler als Gast ist wirklich wieder mal grandios! Passend zum Podcast gab Heinrich Haussler kürzlich auch ein interessantes Interview auf VeloNews.

Analyse: GCA Liga Runde 2

Am Samstag wurde auf ZWIFT die zweite Runde der GCA Liga powered by Müller Logistik ausgetragen. Die GCA Liga ist quasi die virtuelle Bundesliga in Zeiten der Corona-Pandemie. Brot und Spiele für das Radsport-Volk!
Auch dieses Mal waren über 300 Teilnehmer am Start des virtuellen Rennens. Das Angebot des BDR wird weiterhin gut angenommen. Für die zweite Runde der GCA Liga lief auch die Übertragung auf YouTube perfekt. Dieses Mal gab es eine entscheidende Neuerung: das Frauen- und Männerrennen wurde mit einem zeitlichen Abstand von fünf Minuten gestartet, damit die Frauen ihr eigenes Rennen erhalten. Eine sehr gute Änderung die es erlaubte das Frauenrennen besser zu verfolgen. Beide Rennen waren spannend bis zum Schluss und wurden jeweils in einem Zielsprint entschieden.

Wie bereits beim letzten Mal möchte ich die Verfügbarkeit der Daten nutzen um das Teilnehmerfeld und die Rennen zu analysieren.

Dabei sollen v.a. folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wer steht bei der GCA Liga am Start? Wie groß ist das Frauenfeld? Wie groß das Männerfeld? Wie alt, groß, schwer ist der/die durchschnittliche Sportler?
  • Wie hoch ist die Leistungsfähigkeit der Sportler? Ist das Feld homogen oder gibt es große Leistungsunterschiede?
  • Welcher Faktor hat den größten Einfluss auf die Platzierung?

Wie auch beim letzten Mal wird das hier zwangsläufig wieder ein längerer Artikel mit vielen Tabellen und Grafiken. Daher ist der Artikel in mehrere Seiten aufgeteilt. Jeweils am Ende einer Seite kann man eine neue Seite auswählen.

Analyse: GCA Liga Runde 1

Am Wochenende wurde auf ZWIFT die erste Runde der GCA Liga powered by Müller Logistik ausgetragen. Die GCA Liga ist quasi die virtuelle Bundesliga in Zeiten der Corona-Pandemie. Brot und Spiele für das Radsport-Volk!
Mit über 300 Teilnehmern wurde das Angebot des BDR beim ersten Rennen direkt gut angenommen. Neben kleineren technischen Schwierigkeiten bei der Live-Übertragung (auf YouTube) bot das Rennen – wohl auch wegen der kurzen Renndauer – ganz nette Unterhaltung mit einem spannenden Zielsprint.

Als ich mir das Rennen auf YouTube angeschaut habe sind mir direkt ein paar Fragen durch den Kopf geschossen: Wie groß ist das Feld? Wer fährt hier mit? Wie stark ist das Feld? Was für eine Rolle spielt die Erfahrung in ZWIFT Rennen? Werden Teams versuchen Teamtaktiken anzuwenden? usw.

Für den radsportbegeisterten Sportwissenschaftler sind virtuelle Rennen natürlich sowas wie der Sechser im Lotto:
mitmachen darf nur wer ein Powermeter und einen HF-Sensor hat und im Anschluss werden die Daten – samt Alter, Größe und Gewicht – veröffentlicht.

Das reicht schon als Grund um mal einen Blick in die Daten zu werfen.
Aber Achtung, Nerd-Alert! 😉

Konkret haben mich folgende Fragen interessiert:

  • Wer steht bei der GCA Liga am Start? Wie groß ist das Frauenfeld? Wie groß das Männerfeld? Wie alt, groß, schwer ist der/die durchschnittliche Sportler?
  • Wie hoch ist die Leistungsfähigkeit der Sportler? Ist das Feld homogen oder gibt es große Leistungsunterschiede?
  • Welcher Faktor hat den größten Einfluss auf die Platzierung?

Da das hier zwangsläufig ein längerer Artikel mit vielen Tabellen und Grafiken wird, ist der Artikel in mehrere Seiten aufgeteilt. Jeweils am Ende einer Seite kann man eine neue Seite auswählen.

Saison 2020? Ein paar Gedanken

Das Corona-Virus hält die Welt und natürlich auch die Radsport-Szene weiter im Lockdown. Viele Teams mussten zwischenzeitlich kreativ werden um sich wenigstens in den Social Media-Streams präsentieren zu können.
Das geschah in den letzten Tagen und Wochen z.B. auf Bkool bei “Virtual Flanders”, dem Alpecin Fenix Rennen auf ZWIFT, dem Team Ineos Rennen, aber auch auf (mehr oder weniger) kreative Art und Weise in dem die Teams ihre Fahrer was basteln liessen oder man alle zwei Tage eine neue Challenge (für mich jetzt schon das Unwort des Jahres!) ausruft.
Ostern war für viele ein erster kritischer Punkt in der Pandemie. Um Ostern rum entschieden sich viele Länder die aktuelle Situation neu zu bewerten und die aktuell geltenden Maßnahmen wie Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen, Ladenöffnungen, Schulschließungen etc. zu verlängern bzw. lockern.

Auch die UCI hat in der Zwischenzeit einen neuen Plan für die Saison 2020 ausbaldowert und gestern als Pressemitteilung veröffentlicht.
Die Eckdaten:

  • bis Ende Juni finden keine Rennen im Rennradbereich statt, Rennen mit World Tour-Status finden bis Ende Juli nicht statt
  • die Tour de France wird verschoben auf den 29. August bis 20. September
  • die Weltmeisterschaft findet wie geplant vom 20. – 27. September statt (Schweiz)
  • nach der WM wird der Giro d’Italia ausgetragen
  • direkt gefolgt von der Vuelta a Espana
  • die Monumente (Milan-San Remo, Paris-Roubaix, Ronde van Vlaanderen, Liège-Bastogne-Liège und Il Lombardia) sollen auch alle noch dieses Jahr stattfinden.
  • die Europameisterschaft (Italien) soll wie geplant vom 9. – 13. September stattfinden
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Das nennt man dann wohl Freizeit-Stress.

Wenn man die Überschneidungen (z.B. Europameisterschaft mit Tour de France) mal kurz außen vor lässt und davon ausgeht das alle Grand Tours regulär mit 21 Etappen ausgetragen werden, ergäbe das 73 Renntage in ~ 13 Wochen, also 91 Tagen.
Ich bin dazu davon ausgegangen, dass die Saison bis Ende November gehen würde um den Teams die Möglichkeit zu geben im Dezember die neue Saison vorzubereiten, welche regulär ja bereits Mitte Januar in Australien wieder starten würde.
Das ist ein strammes Programm, selbst wenn man davon ausgeht, dass jedes Team zwei Mannschaften aufstellen kann, welche ein unterschiedliches Programm absolvieren.

Klar ist – falls die Saison so stattfinden sollte wie aktuell geplant – dass die Teams ihre A-Mannschaft zur Tour de France schicken werden. Mit der WM nur eine Woche später, könnte es aber sein, dass wir dort nur ein Peloton ohne die “Stars” sehen werden, da diese sich wohl noch von der Tour erholen müssen. Vielleicht wird die UCI versuchen die Top-Fahrer dennoch an den Start zu kriegen, aber ob die dann tatsächlich konkurrenzfähig sind wage ich zu bezweifeln.

Das wird sich so ähnlich bei Giro und Vuelta abspielen. Wenn man davon ausgeht, dass der Giro Anfang Oktober stattfindet, wird kein Fahrer der die Tour (zu Ende) gefahren ist, im Anschluss beim Giro am Start stehen (oder zumindest nicht konkurrenzfähig sein/bis zum Ende durchfahren,…). Bei der Vuelta könnte dann ein Großteil des Pelotons am Start stehen, welches auch bei der Tour am Start war (auch wenn die Regenerationszeit zwischen Tour-Ende und Vuelta mit ca. vier bis fünf Wochen sehr knapp ist.

Um diese “Saison” überhaupt durchzukriegen sind viele Kompromisse nötig, das Ganze klingt aber – mit entsprechend guter Planung und Logistik – erstmal machbar.
Kritisch wirds mMn. dann aber wenns um die Monumente geht. Wo die in dieser Planung noch ihren Platz finden und welche Fahrer dort starten sollen erschließt sich mir nicht – außer man würde die Saison noch verlängern und ggf. die Saison 2021 auch noch kürzen/später starten.

Es bleibt abzuwarten ob die bis dato geplante Saison so überhaupt stattfindet oder die UCI nochmal korrigieren muss. Da die Tour de France für die Sponsoren und Teams die mit Abstand wichtigste Veranstaltung ist, wir die ASO und UCI alles daran setzen, dass zumindest die Tour dieses Jahr noch stattfindet – unter welchen Umständen auch immer. Bei den anderen Rundfahrten/Rennen könnte ich mir vorstellen, dass diese z.T. verkürzt werden oder eben doch noch ausfallen.
Wenn allerdings die Saison so wie oben beschrieben stattfindet, haben wir zumindest etwas worauf wir uns im Herbst freuen können.