In Case You Missed It 02/2020

Wie bereits letzten Monat in der ersten Ausgabe von In Case You Missed It, gibt es auch im Februar eine kleine, aber feine Auswahl lesenswerter Blogs, Artikel & Bücher, hörenswerter Podcasts, sehenswerter Videos & Fotos als Fundstücke des Monats. Here we go!

Was macht man eigentlich als Bike Blogger?

Michelle von Cycling Sunday dürfte den meisten bekannt sein. Sie hat im Februar einen sehr schönen Artikel über ihre (tolle) “Arbeit” als Bike Bloggerin geschrieben.

Tour de Zwift

Erst kürzlich ging die Tour de Zwift 2020 zu Ende. Ich bin die Tour de Zwift dieses Jahr zum ersten Mal mitgefahren und fand die verschiedenen Etappen sehr abwechslungsreich und empfand den “Druck” als positiv bzw. letzte Motivation den inneren Schweinehund zu überwinden und doch auf die Rolle zu steigen. Ähnlich erging es Martin von 169k. Er hat darüber einen langen und lesenswerten Artikel geschrieben.

Besenwagen: Schleudersitz

Natürlich sind alle Besenwagen-Folgen hörenswert. Die Folge zum Saisonstart 2020 fand ich aber wieder sehr gut gelungen, so dass diese hier auch ihren verdienten Platz findet.

Bankrupt durch Sport-Veranstaltungen?

Auf TheOuterline.com findet man sehr gut recherchierte Artikel über den Profi-Radsport. Einer der mir besonders gut gefallen hat, ist der Artikel über Sport-Großveranstaltungen und die damit verbundene Hoffnung auf wirtschaftlichen Gewinn. Woher das kommt und wie das oft endet (leider immer öfter in einem dicken Defizit statt einem satten Plus), erklärt der Artikel anhand des Beispiels der WM in Norwegen 2017 (leider nur auf Englisch).

Höhentrainingslager – nur Hokus Pokus?

Ihr merkt schon, es wird kritischer. Auf OutsideOnline – ebenfalls einer meiner Lieblingsquellen für gut recherchierte Artikel – veröffentlicht Alex Hutchinson regelmäßig Artikel über Ausdauersport. In seinem neusten Artikel diskutiert er ob das beliebte Höhentrainingslager wirklich den behaupteten Effekt hat oder das alles auf andere Gründe – er führt hier z.B. den Trainingslager-Effekt an – zurückzuführen ist.

Interview mit Hannah Ludwig

Boris is Back! Der Unterlenker meldet sich zurück mit einem sehr interessanten Portrait über Hannah Ludwig: einer jungen, sympathischen Fahrerin von Canyon-SRAM.

Coronavirus im Radsport

Das Coronavirus macht natürlich auch vor dem Radsport keinen Halt. Größte Neuigkeit in dem Zusammenhang war der Abbruch der laufenden UAE-Tour. Einen guten Überblick über die bisherigen Geschehnisse und mögliche Beeinträchtigungen (gerade was die italienischen Rennen betrifft), gibt cyclingweekly.

Aufbau eines Pro-Bikes

Ein nahezu meditatives Video gibts von Vitus Cycles, welche den YouTube-Bike-Builder Gee Milner engagiert haben um eines der neuen Teamräder von Vitus Pro Cycling p/b Brother UK aufzubauen.

Gravel Weltmeisterschaft

Inzwischen dürften auch die eingefleischtesten Rennradfahrer und hartgesottensten Mountainbiker mitbekommen haben, dass der neue hippe Star am Radsport-Himmel die Gravel-Szene ist. Seit etwa zwei bis drei Jahren taucht in meinen Timelines immer häufiger Dirty Kanza und andere Gravel-Rennen auf und auch im Peloton bzw. in den Managements der Teams/Sponsoren ist man sich anscheinend bewusst, dass man hier marketingtechnisch aus der Menge hervorstechen kann. Anders ist es schließlich nicht zu erklären, dass letztes Jahr EF Education First als erstes World-Tour-Team mit Unterstützung von Rapha ihren “alternativen Rennkalender” präsentierten. Dieser Rennkalender sah vor, dass sich Fahrer von EF – allen voran Lachlan Morton – u.a. bei Gravel-Rennen versuchen durften. Neben Morton, traten aber auch weitere World-Tour-Profis wie z.B. sein Teamkollege Alex Howes, Peter Stetina, Ted King und Kiel Reijnen an. Gewonnen hat die letzte Edition des Dirty Kanza jedoch keiner der World-Tour-Profis, sondern der bereits als “Gravel-Spezialist” geltende Colin Strickland.

Die Gravel-Szene gilt gemeinhin als entspannt. Eher eventlustig als kompetitiv. Das bietet für viele Neueinsteiger eine deutlich geringere Einstiegshürde – v.a. gegenüber der traditionellen Straßen-Szene – und so erfreuen sich Gravel-Rennen in den letzten Jahren steigender Beliebtheit und rasantem Wachstum. Der Trend ist mittlerweile so groß geworden, dass diese Saison mit Ian Boswell und Peter Stetina gleich zwei aktuelle World-Tour-Profis den Einteiler an den Nagel hängen um sich gänzlich auf Gravel-Events zu fokussieren.
Das ist natürlich an der UCI nicht gänzlich vorbei gegangen und so lies der UCI-Präsident David Lappartient kürzlich verlauten, dass intern gerade darüber diskutiert werde eine Gravel-Weltmeisterschaft auszurichten.

Nach den bereits angekündigten eCycling-Weltmeisterschaften fragt man sich mittlerweile schon fast was aus der guten, traditionellen UCI geworden ist? 😉

Ich bin jedenfalls gespannt wie sich die UCI in die bis dato weitestgehend unabhängige Gravel-Szene einbringen möchte und ob und wenn ja wie sich der Sport weiterentwickelt. Persönlich verfolge ich die Rennen mit großem Interesse und fände ein gesteigertes öffentliches Interesse schön. Andererseits ist zu befürchten, dass der Charakter solcher Veranstaltungen dabei verloren gehen könnte und die Veranstaltungen zu kompetitiv werden und, überspitzt formuliert, zu Rennradrennen auf geschotterten Straßen werden – was mit Sicherheit nicht im Interesse der Gravel-Szene ist.